Zum Saison-Ende an den Waginger See in Oberbayern

Waging am See

Und ehe man sich versah, war das Camping-Jahr auch schon wieder rum. Zumindest für uns. Sunny ist nur von März bis Oktober angemeldet. Wintercamping ist nichts für uns.

Eigentlich waren im Herbst noch mehrere Wochenendtrips geplant. Aufgrund Krankheit und schlechten Wetters blieb uns schließlich nur noch das letzte Oktober-Wochenende für eine kleine Auszeit. Besonders weit wollten wir nicht fahren. Der Campingplatz am Waginger See stand schon lange auf unserer Liste und der sollte es nun auch werden. Schließlich gehört er zu den besten Plätzen Europas.

Nur wenige Kilometer vom Waginger See aufgewachsen, kenne ich die Gegend demzufolge in- und auswendig. Schon als Kind lief ich bei Flohmarktbesuchen des Öfteren über den Campingplatz. Dort einmal Urlaub zu machen wäre mir bis vor wenigen Jahren nie in den Sinn gekommen. Schon interessant, wie sich alles im Laufe der Zeit verändert.

Lustigerweise unternahm ich dann auch noch einen Tag vor Anreise eine kleine Wanderung mit meinen Papa in Waging am See. Auch das habe ich als Kind zig Mal gemacht. Rund um den Waginger und Tachinger See gibt es eine ganze Menge wunderschöner Wanderwege. Von 5 km bis 45 km ist hier sicher für jeden was dabei. Ich bin alles (teilweise schon mehrfach) gegangen und kann mich dennoch nach wie vor dafür begeistern, weil es einfach eine wunderschöne Gegend ist.

Auch dieses Mal durchstreifen wir im Verlauf der Wanderung den Campingplatz. Allein schon deshalb, weil ich den von Anton wenige Tage zuvor gebuchten Stellplatz D42 schon mal vorab sehen und meinem Papa zeigen wollte.

Freitag: Anreise & Erste Erkundungen

Den Vormittag noch im Homeoffice verbracht, machten wir uns gegen 13 Uhr langsam auf den Weg und erreichten eine gute Stunde später das Strancamping am Waginger See. Anton meldete uns an. Wenige Minuten später fuhren wir auf unseren Stellplatz.

Viel war aktuell nicht los. Aufgrund des Feiertags am 1. November und der damit verbundenen Ferien hatte ich ehrlich gesagt mit einem nahezu vollen Campingplatz gerechnet. Aber ganz im Gegenteil: In unserem Bereich Richtung Ufer hatten wir die gesamte Reihe nur für uns. Lediglich gegenüber standen noch ein paar wenige Wohnmobilisten. Die ‚meisten‘ Gäste scharrten sich um das Waschhaus. Vermutlich, um keine weiten Wege zurücklegen zu müssen.

Uns war das nur recht. Wer hat schon eine komplette Reihe für sich allein? So konnten wir niemandem auf den Keks gehen und uns auch nicht. Das gefiel mir.

Die Hunde waren trotz der relativ kurzen Fahrt wieder ziemlich aufgewühlt und so drehten wir zu allererst eine kleine Runde über den Platz. Teile davon waren heute aufgrund Bauarbeiten (die jedoch am Wochenende still lagen) gesperrt. Schade. Gestern konnten wir noch problemlos überall durch.

Weil ich (wie eingangs schon erwähnt) die gesamte Gegend gut kenne, hatte ich ausnahmsweise mal keinen Sightseeing-‚Stress‘ 🙂 und so stand einem äußerst ruhigen und gemütlichen Wochenende nichts im Weg.

Mit leckerem Kaffee, Keksen und leiser Musik machten wir es uns auf unsere Stühlen und Liegen bequem und genossen einfach nur die warmen Sonnenstrahlen. Wer weiß, wie lange wir sie noch haben.

Dennoch ging es eineinhalb Stunden später wieder on tour. Mit den Hunden drehten wir eine erste Runde über den Campingplatz – und waren gut beschäftigt. Mit knapp 34 Hektar ist er einer der größten Plätze der Region und bietet neben über 660 Stellplätzen auch wenige Mietunterkünfte sowie Ferienwohnungen.

Vorbei an den Schlaffässern und am Supermarkt (der jedoch bereits für die Saison geschlossen hatte), ging es direkt zum See. Hier liefen wir die Promenade entlang, ließen den Blick über das Wasser schweifen und spazierten gemütlich wieder zurück zum Camper. Die Hunde erkundeten das Wasser und stapften sogar ein kleines bisschen hinein.

Während Anton und die Vierbeiner es sich vor dem Tablet bequem machten und Sport schauten, schnappte ich mir nochmals meine Kamera und drehte erneut eine Runde über den Platz. Außerdem sollte in einer halben Stunde die Sonne untergehen – und das versprach ja doch immer eine recht schöne Stimmung.

Zwar war der Himmel ziemlich Wolken verhangen, aber genau das verschaffte mir tolle Fotomotive. Mit dem hübschen Kaiser-Pavillon und seiner goldenen Sonne als Kuppel sowie den Fischern draußen auf dem Wasser wurde es mir aber auch sehr einfach gemacht.

Ich setzte mich eine Weile auf die Mauer und genoss einfach nur den Anblick. Nur die Vögel hörte man zwitschern. Sonst war es mucksmäuschenstill. Traumhaft!

Vorbei am Strandkurhaus Waging (einst Wirkungsstätte von Alfons Schuhbeck), ging es entlang der Promenade zur Hütte der Wasserwacht, auch ein weiterer Pavillion ist dort zu finden. Hier wurde gerade für die morgige Langstreckenregatta aufgebaut, von der wir allerdings nichts mitbekommen sollten. Da unser Stellplatz gegenüber des Waginger Segelclubs e.V. war, hatte ich anfangs schon die Befürchtung, am nächsten Tag inmitten von Jubel und Trubel zu sein. Doch die hatten damit gar nichts zu tun. Puh. Nochmal Glück gehabt. 🙂

Am Kiosk Fisch & Meer bog ich den kleinen Spazierweg ein und so ging es vorbei am Soccerpark wieder Richtung Camper. Inzwischen hatte es ziemlich abgekühlt und ich fröstelte. Doch auf dem Weg dorthin wurde ich von Dauercampern aufgehalten, die gerade Darts spielten. Ob ich es auch mal probieren wolle. Ja – warum nicht? Ich ‚kann‘ das ja (hatte es tatsächlich früher des Öfteren gespielt). Na, wenn ich da mal nicht den Mund zu voll genommen hatte. 3 x ins Gebüsch geworfen. Peinlich … Ich nahm es mit Humor, verabschiedete mich und freute mich nun auf das warme Abendessen, mit dem Anton bereits auf mich wartete.

Samstag: Spaziergang & Besuch von Waging am See

Hervorragend geschlafen, schälte ich mich gegen 9 Uhr langsam mal aus dem Bett, machte mich fertig und spazierte erst einmal in Richtung See. Morgenstimmung konnte man das zwar um kurz vor 10 Uhr nicht mehr nennen – schön war es aber trotzdem. Ganz weit entfernt konnte man die Teilnehmer der Langstreckenregatta sehen …

Nach dem Frühstück drehten wir mit den Hunden wieder eine längere Gassirunde und besuchten den zweiten Teil der Campinganlage. Vorbei an der Hunde-Agility-Wiese ging es zum Sport-Areal mit Tennisplätzen, Beachvolleyball und Fußballgolf-Anlage. Auch den Obstgarten und die verschiedenen Stellplatz-Arten besuchten wir.

Hier am Strandcamping Waging gibt es sogar spezielle Hunde-Stellplätze an der Hunde-Liegewiese. Die neun Plätze liegen direkt am eingezäunten Areal, wo sich die Vierbeiner ohne Leine bewegen können. Vom Camper aus hat man einen uneingeschränkten Blick darauf. Alternativ kann man sich seinen Liegestuhl auch mit auf die Liegewiese nehmen. Eine tolle Idee für alle, die verträgliche und aufgeschlossene Hunde haben.

Leider war das Wetter heute nicht wie angekündigt und erhofft. Statt Sonne satt gab es dichte Bewölkung und ein frischer Wind wehte. Nichts desto trotz setzten wir uns eine Weile hinaus und quatschen über Gott und die Welt.

Am Nachmittag brach ich dann aber doch noch einmal auf. Den ganzen Tag nur Rumsitzen ist einfach nichts für mich. Und so spazierte ich in den Ort Waging am See. Durch den Kurpark hindurch in den Stadtkern. Die Bürgersteige waren bereits hochgeklappt. Am Samstag-Nachmittag war kein Geschäft mehr offen und die Einwohner hatten sich wohl in den Häusern verkrochen.

Die farbenfrohen Häuser waren mir gar nicht mehr bewusst und fand ich richtig hübsch. Auch die Pfarrkirche St. Martin und das Gelände drum herum ist richtig schön angelegt und lädt zum Verweilen ein. Hier ein wenig entlang spaziert, ging es nun über einen schönen Spazierweg nach Fisching und von dort zurück ins Strandcamping Waging, wo ich noch einmal ein wenig über das Gelände spazierte und das inzwischen doch wieder sonnig gewordene Herbstwetter für schöne Fotos nutzte.

Wieder zurück an unserem Platz erzählte ich erst einmal von unserem Rundgang, anschließend drehten wir zu Viert nochmals eine weitere Runde über den Platz. Mit den Hunden entdeckten wir immer wieder neue Ecken und Plätze und die beiden hatten dieses Mal besonders viel Spaß im Wasser. So oft und so weit sind sie in all unseren letzten Urlauben nicht hinein gegangen.

Bis zu Sonnenuntergang noch draußen gesessen, gab es wie immer ein gemütliches Abendessen. Den restlichen Abend verbrachten wir mit Lesen und TV.

Sonntag: Es geht nach Hause

Eigentlich müssen die Stellplätze bereits um 10 Uhr geräumt sein. Ziemlich früh, wie wir finden. Da aber ohnehin nichts los war, durften wir nach Rücksprache auch etwas länger bleiben und hatten somit noch Zeit für ein gemütliches Frühstück. Dieses Mal sogar draußen – die Sonne strahlte vom wolkenlosen blauen Himmel und auch die Temperaturen waren sehr angenehm.

Der Aufenthalt hier hat uns gut gefallen. Der Platz ist groß und bietet schöne Spazierwege auch innerhalb der Anlage. Natürlich lernten wir das Strandcamping Waging am See außerhalb der Saison von einer ganz anderen und vor allem sehr ruhigen Seite kennen. Der Supermarkt hatte bereits geschlossen, auch die ganzen Freizeitaktivitäten befanden sich schon im Winterschlaf und das Restaurant öffnete nur am Wochenende seine Pforten. In der Hauptsaison, wenn der Campingplatz bis auf den letzten Platz besetzt ist, geht es hier deutlich lauter und chaotischer zu. Ich gebe zu: In dieser Zeit möchte ich lieber nicht hier sein. Das allerdings bezieht sich auf alle Campingplätze. Am liebsten ist es mir, wenn weit und breit niemand zu sehen ist. 🙂

Schade ist, dass es keine Stellplätze direkt am See gibt. Nur wenige bieten direkten Seeblick, sind aber dennoch durch eine große und abgezäunte Parkanlage davon getrennt. Alles in allem aber ist es ein Platz, den wir außerhalb der Saison bestimmt nochmal besuchen werden. Für eine kurze Auszeit übers Wochenende geradezu perfekt.