Eine kleine Auszeit im ‚Floating Village‘ am Brombachsee


Dieses Jahr war es also soweit … mein 40. Geburtstag stand an.

Wenn ich so darüber nachdachte, war es kaum zu glauben. Wo sind nur die Jahre geblieben? Ich fühlte mich doch noch gar nicht ’so alt‘?! Doch die Jahreszahl sagte etwas anderes und natürlich wollte so ein besonderer Tag auch besonders gefeiert werden.

Fest stand: An diesem Tag bin ich nicht zu Hause. Zum Glück machte mir Corona keinen Strich durch die Rechnung. Um auf Nummer Sicher zu gehen und nicht kurzfristig doch noch durch Einreisebeschränkungen zurückgeworfen zu werden, entschieden wir uns, in Deutschland zu bleiben. Hier war die Chance am größten, relativ problemlos verreisen zu können.

Es sollte etwas Besonders sein. Etwas, das man nicht so oft macht, das in Erinnerung bleibt. Eben ein Highlight. Und natürlich auch mit den Hunden machbar. Fündig wurden wir schließlich mit dem ‚Floating Village‘ am Brombachsee in Franken.

Der Internetauftritt des ersten und einzigen 4-Sterne-schwimmenden-Ferienparks Deutschlands mit 19 Wasservillen in 1a-Lage versprach einiges. Der Preis allerdings auch. Aber egal. Genau das war es, was wir wollten. Man wird schließlich nur einmal 40.

Bereits im November letzten Jahres die Buchung vorgenommen, gab es nun eine lange Vorfreude auf ein uns völlig neues Konzept. Zwar hatten wir bereits im letzten Jahr ein tolles Ferienhaus direkt am Wasser. Aber eben nur ‚am‘ und nicht ‚im‘ Wasser. Wir freuten uns auf ‚Little Maledives‘ in Deutschland.

Tag 1: Anreise & Erste Erkundungen

Los geht’s zur Geburtstagsreise Teil 2!

Teil 1 führte uns vor einigen Tagen an den Gardasee, wo wir vier Nächte in einem Mobilehome in Toscolano-Maderno am Westufer des Sees verbrachte. Nach einem eintägigen Zwischenstopp zu Hause verwirrten wir unsere Hunde vollends und brachen nun erneut auf. Sehr zu Mia`s Missfallen. Wie? Schon wieder mit dem Auto weg? Muss das sein?!

Weil wir die gebuchte Wasservilla erst am Nachmittag beziehen konnten, ließen wir den Tag ruhig angehen. Gegen Mittag holten wir noch frischen Fisch und Steaks. Im Floating Village war Selbstversorgung angesagt. Zwar hatten wir vor allem an meinem Geburtstag mit einem Lieferdienst geliebäugelt. Doch das wird dort nicht angeboten und ins Restaurant wollten wir wegen der Hunde nicht. Dann lieber gemütlich grillen, da hatten wir alle mehr davon.

Alle Koffer und Taschen wieder ins Auto gepackt, düsten wir schließlich gegen 12.30 Uhr los.

So ruhig die Autofahrt nach Italien vor ein paar Tagen war, so anstrengend kam uns die weitaus kürzere Strecke nach Franken nun vor. Deutschlands Autobahnen sind einfach eine Katastrophe. Voll bis oben hin, dazu unfähige Autofahrer, die mit 80 km/h vor sich hin tuckeln. Also manchmal möchte man ja schon …

Dazu Baustellen und Umleitungen ohne Ende. Durch eine Baustelle fuhren wir dann sehr zum Ärger der Bauarbeiter „doch noch schnell durch“. Upsi, hat ja (fast) keiner gesehen. Hätten sie die Tafel dazu doch nur etwas früher aufgestellt.

Und so kamen wir auf vielen Umwegen, aber doch, gegen 15.15 Uhr endlich am Floating Village an. Eine Viertelstunde vor Ankunft sollte ich dort anrufen, um uns anzumelden. Das tat ich dann auch und bekam Instruktionen über den Parkplatz sowie einen Zahlencode fürs Schloss. Aha.

Die Erklärung für den Parkplatz war so verwirrend, dass wir ihn schon mal gar nicht fanden. Der nette Parkplatzeinweiser kannte die Problematik wohl schon, lachte, und schickte uns – erneut mit sehr umfangreichen Ausführungen – in eine Richtung. Mist! Falsch abgebogen, er winkte uns. Drei Sekunden später standen wir erneut bei ihm. Also noch einmal erklären lassen, noch einmal nur die Hälfte verstanden. Wir versuchten es erneut.

Lt. Beschreibung sollten wir nun hier … oder nicht … oder doch? Doch, genau, wir müssen hier diesen kleinen Fußweg hinab fahren. Genau so hat er es uns gesagt. Wir waren verwundert, aber wenn er meint …? Am Fußweg dann große Beschimpfungen auf uns, was wir hier machen würden. Schlagabtausch zwischen Bayern und Franken. Und wieder ist klar: Franken ist eben nicht Bayern; eindeutig!

Nach einigen Metern dann endlich: Die Rezeption des Floating Villages, untergebracht in einem Silber verkleideten Wohnanhänger aus den 60ern. Völlig durchgeschwitzt meldete ich mich an, um dann zu hören: Nein, der Parkplatz ist ‚da oben‘. Gggrrrr! Da kommen wir doch gerade her? – Egal. Jetzt erst einmal die Koffer aus dem Auto, denn die werden per Boot zu unserer Villa gebracht. Zurück ins Auto und erneut den Parkplatz gesucht. Wieder am freundlichen Parkwächter vorbei. „Hier sind wir wieder!“ 😉 Ach ne, da is‘ er ja. Hätten sie einfach nur gesagt: Einmal um den Parkplatz rum und an der Kurve befinden sich die Plätze fürs Village, wäre alles klar gewesen. Aber mit den zig „links, rechts, oben, unten“ kann ja keiner was mit anfangen. Alles nicht so einfach hier. – Den Zahlencode fürs Schloss brauchte ich im Übrigen auch nicht; das Schloss war nämlich schon geklaut. 😉

Durchschnaufen, Hunde packen und los geht’s. Während unser Gepäck schon auf dem Wasser schipperte, ging es mit den Hunden zu Fuß zur Villa. Das wackelige Boot wollte ich ihnen nicht zumuten. Eigentlich werden damit auch die Gäste zu den Häusern gebracht.

Knapp 800 Meter legten wir zurück, dann passierten wir das Tor zum Village. Hier hat man nur mit Chip einen Zugang, also nur gebuchte Gäste. Und wie es immer so ist: Natürlich war der Weg von Zaungästen versperrt. Hauptsache, man steht mit allen erdenklichen Rädern direkt vor der Tür. Dann der doofe Blick, dass ausgerechnet wir einen Schlüssel haben und sie nicht. Prompt folgte ein blöder Spruch mit Blicken von oben nach unten auf uns: SIE haben hier gebucht? Das ist doch bestimmt teuer, oder? Da muss man wohl im Lotto gewinnen, um sich das leisten zu können? – Unsere Antwort zurück: Nein, arbeiten reicht schon völlig aus. – Dämliche Fragen erfordern dämliche Antworten.

An unserer Wasservilla angekommen, wartete schon eine junge Frau auf uns, die uns schließlich das Haus näher erklärte. Sie wies uns gleich darauf hin, dass das Türschloss etwas haken würde. Tatsächlich hatten wir auch ständig unsere Probleme damit, die Tür abzuschließen. Das kannten wir doch irgendwoher? Genau! In Italien war das Türschloss auch sehr kompliziert mit drei Mal rechts und zwei Mal links drehen. Ein einfaches Schloss scheint es heutzutage nicht mehr zu geben.

Alle Schalter, die Klimaanlage, den Holzofen sowie die Küche und auch die nötigen Sicherheitsvorkehrungen anhand einer umfangreichen Check-Liste erklärt bekommen, verabschiedete sich die Dame von uns und wir sahen uns erst einmal in aller Ruhe im Haus um.

Das Floating Village verfügt über insgesamt 19 Häuser in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten. Wir hatten das Haus „Wood“ erhalten; ganz im skandinavischen Stil eingerichtet und somit genau mein Favorit. Schlichte Eleganz in warmen Holztönen, nordische Klarheit und stylische Möblierung. Hier fühlte ich mich auf Anhieb wohl.

Die Villa hat eine Größe von insgesamt 67 qm, wobei Terrasse und Dachterrasse dazu zählen. Das Haus betritt man über eine der Türen zum Schlafzimmer, wovon es zwei mit jeweils einem Doppelbett gibt. Einmal hier hindurch, steht man im kombinierten Wohn- und Küchenraum. Die Küche verfügt über zwei Küchenzeilen mit ausreichend Stauraum oben und unten sowie einem Backofen, einer Spülmaschine, einer Filter-Kaffeemaschine, Wasserkocher und qualitativ sehr hochwertigen Küchenutensilien. Das Geschirr ist farblich genau aufeinander abgestimmt, was meinem Perfektionismus sehr entgegenkam. Von allen Gläsern, Tellern, etc. gibt es mehr als genug. Ein kleines Highlight ist der Elektrogrill, der uns in seiner Einfachheit gleich so gut gefallen hat, dass wir ihn kurzerhand für unsere künftigen Camping-Abenteuer bestellt haben.

Im Wohnbereich findet man eine große Couch, die ggf. zu einer weiteren Schlafmöglichkeit umgeklappt werden kann. Dazu ein großer Esstisch. Das gesamte Haus besteht aus Glasfronten und -türen, so dass man quasi von überall einen Blick aufs Wasser hat. Einmal durch den Raum hindurch, betritt man die Floating-Terrasse und genießt von hier aus einen fantastischen Blick auf den See und/oder den Yacht-Hafen sowie auf die übrigen Floating-Villen. Die Terrasse bietet einen Tisch mit sechs Stühlen, zudem sind zwei Liegen vorhanden sowie ein Sonnensegel und ein ausklappbarer Schirm.

Das absolute Highlight ist allerdings die Dachterrasse. Diese ist ausschließlich über eine steile Treppe am Eingang der Villa zu erreichen. Eine gemütliche Rattan-Lounge sowie ein großer Schirm machen den Platz hier zu etwas ganz Besonderem. Beide Terrassen haben mir so gut gefallen, dass man teilweise hin und her gerissen war, wo man sich jetzt eigentlich aufhalten soll.

Während sich Toni auf den Weg zum Einkaufen machte (im Nachbarort gab es einen Supermarkt) und für die Versorgung der nächsten Tage zuständig war, richtete ich uns häuslich ein. Koffer ausgepackt, Betten überzogen (Bettwäsche ist vorhanden, wegen der Hunde habe ich allerdings eine eigene mitgenommen), die Terrasse aufgebaut und endlich hingesetzt. Was für ein schönes Fleckchen.

Auch mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück. Die Sonne schien vom Himmel, nur hier und dort mal ein paar Wolken, aber sehr warme Temperaturen. Hervorragend.

Mit frischem Gebäck und Kaffee machten wir es uns auch sogleich auf der Dachterrasse bequem. Die Hunde genossen ihren persönlichen „Aufzug“-Service. 😉 Selbst wären sie niemals die steile Treppe hoch gekommen.

Benita merkte man richtig an, wie gut es hier hier gefiel. Auf der Anhöhe, mit Blick auf den See und einen Teil der Villen war sie beschäftigt. Sie guckte, genoss die gute Luft (die Nase war in stetiger Bewegung) und schlief irgendwann voller Erschöpfung ein. Benita ist eben ein Reisemädchen und gerne unterwegs; einfach mal was anderes sehen. Aber auch Mia war deutlich entspannter als in Italien. Auch sie war neugierig und fühlte sich sichtlich wohl. Ob es das Entspannungshalsband war, welches wir ihr kurzfristig noch geholt hatten oder einfach die Tatsache, dass sie das Reisen inzwischen eher gewöhnt war; wir wissen es nicht. Aber es war schön zu sehen, dass auch sie langsam ihren Spaß daran fand.

Rund zwei Stunden hier oben verbracht, ging es gegen 19 Uhr wieder nach unten. Wir hatten Hunger und so gab es … tadaaaa … Chicken Wings. 😉 Einfach, aber lecker. Der „Schwan des Hauses“ bog prompt um die Ecke und war ganz schön aufdringlich. Er wollte unbedingt etwas zu Essen haben. Als er nichts bekam, machte er keinen Hehl aus seinem Unmut und klopfte lautstark gegen das Holz. Kurzzeitig war ich mir nicht sicher, ob er nicht gleich auf die Terrasse watscheln würde. Aber das ließ er dann doch sein. Irgendwann drehte er sichtlich entnervt ab und drangsalierte andere Gäste wie auch die umher schwimmenden Enten.

Gegen 20 Uhr machten wir uns mit den Hunden auf einen kleinen Spaziergang. Durch die Anlage hindurch erreichten wir auch gleich wieder die kleine Parkanlage. Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont zu, es war inzwischen auch nicht mehr ganz so heiß und somit ein wirklich schöner Spaziergang. Als wir jedoch wieder in die Nähe von Leuten kamen, genauer gesagt in Richtung des Strandes, war es Mia schnell wieder zu viel und wir drehten um.

Am Steg zahlreiche Fotos geschossen, machten wir es uns wieder auf der Dachterrasse bequem und genossen einen wundervollen Sonnenuntergang. Was für ein schöner Anblick, ein wahres Highlight und sicher einer der schönsten Orte dafür am Brombachsee.

Die restlichen Chicken Wings gegessen, ließen wir den übrigen Abend gemütlich mit Karten spielen ausklingen. Auch die Abendstimmung hier war unbeschreiblich. Der Mond war so nah wie schon lange nicht mehr.

Tag 2: Geburtstag am Brombachsee

Auch an meinem Geburtstag gönnten mir die Hunde ein Ausschlafen nicht, so dass ich mich bereits um 8 Uhr fertig machte für den Tag. Die Sonne strahle erneut vom Himmel, der Geburtstagstisch stand bereit 🙂 und nach und nach trudelten Glückwünsche bei mir ein.

Bei einem ersten kurzen Gassi-Gang mit den Hunden trafen wir auch heute wieder auf die Fischer, die wir erst gestern Abend hier gesehen hatten. Waren sie „schon wieder“ oder „immer noch“ hier? – Die Morgenstimmung war jedenfalls herrlich. Der Brombachsee lag ganz still vor uns, eingetaucht in ein warmes blau-lila-farbenes Licht. Wunderschön.

Croissants und Brötchen aufgebacken, Nutella und Marmelade bereit gestellt und natürlich ein leckerer Cappucchino … fertig war das kleine, aber feine Frühstück.

Nebenbei las ich mir das „Regelbuch“ bzw. die „Hausordnung“ durch und musste das ein oder andere Mal dann doch herzlich lachen. So wurde z. B. darum gebeten, die Dusche nach jedem Duschgang unverzüglich einem Großputz zu unterziehen, damit sich ja kein Kalk ablagerte. Auch sollte man das Haus bei der Abreise gründlich putzen und die Terrassenmöbel wieder zusammenräumen. Schön und gut … ich bin ja ohnehin ein sehr ordentlicher Mensch. Aber bei einer verpflichteten Reinigungsgebühr von 100 € sehe ich ehrlich gesagt nicht ein, ständig selbst mit Putzen beschäftigt zu sein.

Nach dem Frühstück war jetzt aber endlich der Geburtstagstisch dran. Eigentlich sollte ich die Geschenke ja in zwei Etappen auspacken, dafür war ich aber viel zu neugierig. So viele schöne Sachen, einiges dafür auch fürs Campen. Ich freute mich riesig.

Jetzt aber wieder etwas raus. Mit den Hunden machten wir uns erneut auf den Weg. Für uns war schnell klar, dass wir in den wenigen Tagen unseres Aufenthalts keine großartigen Ausflüge machen und auch das Auto stehen lassen würden. Die Villa war so schön und so erholsam; das wollte einfach genutzt werden. Und drumherum gab es genügend Spaziermöglichkeiten für etwas Bewegung. Die Temperaturen waren ohnehin viel zu heiß für großartige Ausflüge. Die Hunde würden dabei eingehen.

Und so spazierten wir eine ganze Weile entlang des Brombachsees. Nach einiger Zeit landeten wir allerdings im Wald, vom See war nicht mehr viel zu sehen und die zahlreichen – zum Teil auch sehr rücksichtslosen – Radfahrer gingen uns auf die Nerven. Man muss ja auch immer zu Dritt oder Viert nebeneinander herfahren. Warum sind auf einem Wanderweg auch Menschen zu Fuß unterwegs? Unverschämtheit! 😉

So drehten wir also um und spazierten in die andere Richtung zum Beach. Dort war um diese Zeit noch nicht sonderlich viel los, so dass auch Mia ganz mutig war und die Gegend erkundete. Wir beobachteten die MS Brombachsee, ein Ausflugsschiff, welches auch an unserem Floating Village mehrmals täglich relativ nah vorbei fuhr. Sie bietet schöne Touren, sogar mit Verpflegung, auf dem See an; für uns kam das jedoch nicht in Frage.

Gegen die Mittagszeit brannte die Sonne wieder unerbittlich herunter und so machten wir es uns wieder auf der Dachterrasse bequem. Die Mädels verdauten ihre Eindrücke, ich las und genoss einfach nur den Blick hinaus auf den See. So richtig faulenzen und gar nichts tun; das ist wirklich selten bei mir, habe ich mir aber in diesem Urlaub tatsächlich sehr häufig gegönnt und tat mir auch merklich gut.

Am Nachmittag brauste schließlich eine Angestellte auf dem Roller mit einer kleinen Kiste heran. Ein Geschenk im Namen des Hauses. Ach war das süß! Ich freute mich sehr über die kleine Kiste mit Sekt, O-Saft und kleinen Knabbereien. Das kam jetzt genau richtig. Eine nette Geste!

Den kompletten Nachmittag hier oben verbracht und ziemlich durchgebrutzelt, ging es am frühen Abend wieder nach unten. Zeit zu Essen. Dorade und Garnelen schon vor einer Stunde eingelegt, kamen diese jetzt auf den Grill.

Zeit, anzustoßen! Für den heutigen Tag hatte ich mir extra eine Flasche Moet N.I.R. Nectar Imperial Rosé organisiert. Ich liebe Moet, liegt nur leider nicht unbedingt in meiner Preisklasse, doch für diesen besonderen Tag musste das einfach sein und so gönnte ich mir auch gleich noch eine ganz besondere Flasche, nämlich eine, die im Dunkeln leuchtet.

Mit herrlichem Ausblick auf den Hafen und den See genossen wir ein sehr leckeres Abendessen. Frischer Fisch ist eben was Feines. Wir beobachteten die Leute um uns herum und die ein- und ausfahrenden Segler. Hier war reges Treiben.

Gegen 19.30 Uhr ging es schließlich wieder auf einen kleinen Abendspaziergang mit den Hunden. Mia war heute besonders mutig – oder hatte sich zwischenzeitlich an alles gewöhnt – und wir liefen ziemlich weit. An einem kleinen Steg standen sich Benita und eine Maus schließlich Auge in Auge. Was für ein Bild! Natürlich ließen wir die Maus am Leben, die auch schnurstracks zurück ins Gras flitzte.

Einmal entlang des Strandes und eine kleine Schwanenfamilie beobachtet, ging es über den kleinen Camping-Stellplatz, den wir gestern schon besucht hatten. Wir waren neugierig, welche Neuzugänge es heute gab und spazierten hindurch. Dabei lernten wir ein richtig nettes, schon älteres, Ehepaar kennen und unterhielten uns eine ganze Weile über das Leben und das Campen. Sehr liebe Leute, genau solche möchte ich bitte künftig immer um mich herum haben.

Wieder von ihnen verabschiedet, ging es langsam zurück zum Floating Village. Auch heute gab es wieder einen tollen Sonnenuntergang, den ich mir dieses Mal jedoch vom Steg aus näher ansah und einige Fotos machte.

Mit meiner Flasche Moet bewaffnet, machten wir es uns im Anschluss erneut auf der Dachterrasse bequem. Am anderen Seeufer fand ein großes Festival statt, mit einem klasse DJ und genau unserer Musik (eine Mischung aus Pop, Rock & Schlager). Schon heute Nachmittag und beim Abendessen hatten wir ein bisschen was davon mitbekommen. Jetzt am Abend aber hatten sie entweder die Boxen noch weiter aufgedreht oder der Wind stand besonders gut. Jedenfalls war die Musik so laut, als wären wir mittendrin, auch die Durchsagen des DJ konnten wir Wort für Wort verstehen. Was für ein toller Zufall, ausgerechnet an „meinem“ Tag heute noch eine Party, die wir ganz gemütlich von unserer Lounge aus erlebten. Gegen 23 Uhr dann das i-Tüpfelchen: Ein kleines, aber richtig tolles Feuerwerk über dem See. Also heute wurden ja alle Geschütze aufgefahren! 😉

Gegen 23.15 Uhr noch einen letzten Gassi-Gang im Stockdunkel gemacht, ging es bis kurz nach Mitternacht anschließend noch auf die Floating-Terrasse. Den letzten Rest vom Festival mitgehört, fiel ich schließlich todmüde ins Bett. Was für ein schöner Tag! Einer der schönsten Geburtstage der letzten Jahre. Ich war unglaublich dankbar!

Tag 3: Relaxen

Trotz dass ich gestern zur Feier des Tages doch einiges getrunken hatte, ging es mir erstaunlich gut. Ich fühlte mich fit und munter. Da merkt man eben doch auch die Qualität der Getränke.

Nach einem wiederum einfachen, aber leckeren Frühstück machten wir uns am Vormittag auf den obligaten Spaziergang mit den Hunden. Die Spanne wurde immer größer. Mia ging mit erhobenen Hauptes sogar am Restaurant und den vielen Leuten vorbei und so spazierten wir ein ganz schönes Stückchen entlang des Brombachsees, immer wieder mit tollen Ausblicken.

Gegen die Mittagszeit kam die Forelle auf den Tisch. Ein leichtes Mittagessen, genau ausreichend bei der Hitze.

Den Nachmittag verbrachten wir ähnlich wie gestern; faulenzen, lesen, Karten spielen. Und einfach nur doof auf den See gucken.

Nach einem kleinen Abendspaziergang und einer Foto-Tour über das gesamte Floating Village, gab es zum Abendessen gegrilltes Steak. Mann, war das lecker. Genau auf den Punkt, mit einem einfachen, aber leckeren Salat. Wieder einmal wurde mir gezeigt: Man braucht nicht viel für einen absolut gelungenen Urlaub.

Auch an diesem Abend sollte am anderen Seeufer ein Musikfestival stattfinden. Wir positionierten uns wieder auf der Dachterrasse, allerdings stand der Wind heute wohl sehr schlecht, weil wir lediglich Musik-Fetzen mitbekamen. Schade; musikalische Unterhaltung wäre heute wieder ganz witzig gewesen, aber so drehten wir eben selber unser Insel-Radio Mallorca an.

Tag 4: Es geht wieder nach Hause

Schon bei Anreise mussten wir das Check-Out-Fenster für heute festlegtn und einigten uns auf 10 Uhr. Somit konnten wir in aller Ruhe frühstücken, noch einmal einen kleinen Gassi-Gang mit den Hunden unternehmen und vor allem auch den Rest noch in aller Ruhe zusammenpacken.

Doch schon beim Blick auf die anderen Häuser war uns klar; mit 10 Uhr wird das nix. Alle Häuser rund herum waren in Aufbruchstimmung. Erst um 10.20 Uhr kam eine der Damen für den Check-Out. Sie begutachtete im Schnelldurchgang das Haus, ob noch alles an seinem Platz war (die Terrassenmöbel hatten wir freundlicherweise zusammengestellt), die Check-Liste wurde durchgegangen und dann war es auch schon erledigt.

Unser Gepäck sollte wieder mit dem Boot ans Ufer gebracht werden. Bei vier Koffern und vier Taschen auch gar nicht anders machbar. Allerdings war nur ein Boot im Einsatz und sechs Familien in der Pipeline. Während Toni also zu Fuß mit den Hunden zum Auto ging, wartete ich bis um 11.20 Uhr mit dem Gepäck am Pier. Das war schlecht geregelt und ärgerte mich ein bisschen. Aber was sollte man machen? Irgendwann wurde ich dann doch endlich mal abgeholt, nach drüben gebracht, alles ins Golf-Cart gepackt und ab zum Parkplatz. Der Bootsführer erklärte mir, heute 14 Ab- und Anreisen zu haben. Na wunderbar; das würde sich dann wohl noch ziehen. Der arme Kerl.

Gegen 12 Uhr alles ins Auto gepackt, ging es schließlich ab nach Hause. Aufgrund vieler Staus wurden wir querbeet über`s Land geschickt, weshalb sich die Heimreise ganz schön in die Länge zog und wir erst gegen 15 Uhr zu Hause ankamen.


Fazit dieser Reise:

Der Aufenthalt hier am Brombachsee und speziell im Floating Village hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Wasservillen sind wirklich etwas ganz Besonderes und nach Aussagen des Betreibers auch einzigartig in Deutschland.

Die Ausstattung der Häuser entsprach genau meinen Geschmack. Die beiden Terrassen waren so wunderbar, dass man gar nicht wusste, wo man sich zuerst hinsetzen soll. Alles ist sehr liebevoll gestaltet und man fühlt sich auf Anhieb wohl. Während ich ansonsten gerne auf Tour bin und mir auch mal was ansehe, wollte ich hier gar nicht wirklich raus, sondern einfach nur die Unterkunft genießen.

Die Preise sind allerdings meiner Meinung nach einen Ticken überhöht. Sicher ist die Strom- und Wasserversorgung hier etwas umfangreicher und auch der Transport der Gäste, des Gepäcks und generell der Service in dieser Ferienanlage aufwändiger. Man muss aber auch bedenken, dass es sich hier rein um ein „Ferienhaus“ handelt; ohne Verpflegung etc. Die Preise entsprechen jedoch eher einem 4- bis 5-Sterne-Hotel mit Verpflegung. Aber: Für meinen runden Geburtstag war es definitiv eine der besten Locations und die absolut richtige Entscheidung. Ich kann das Floating Village nur jedem empfehlen, auch mal als Kurztrip übers Wochenende (was lt. Bewertungen z. T. auch gerne als Junggesellenabschied genutzt wird; dann allerdings kann es etwas lauter werden).

Auch an Freizeitaktivitäten gibt es hier einiges. Ob Wandern, Radfahren, Schwimmen gehen oder SUP. Allein im Umkreis weniger Kilometer kann man so einiges erleben und muss dafür gar nicht weit fahren.

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