Mit Wuffi an den Strand: Hundeurlaub an der Nordsee


Würde man Benita nach ihren Urlaubswünschen fragen, gäbe es nur eine Antwort: „Hauptsache, Strand!!“

In unserem ersten gemeinsamen Urlaub verschlug es uns an die Ostsee, der zweite führte schließlich in die Berge. Man merkte schnell, dass sie das Hügelige zwar auch ganz ok fand; der Strand im vergangenen Jahr dann aber doch viel lustiger war. Und so stand für den diesjährigen Urlaub mit Hund schnell fest: Ans Meer muss es gehen!

Natürlich waren auch die südlichen Länder im Gespräch, doch dort sind die hundefreundlichen Ziele eher mau und auch die Unterkünfte sagten uns nicht sonderlich zu. Also entschieden wir uns schließlich doch wieder für Deutschland, genauer genommen für die Nordsee. Sie stand ohnehin schon lange auf meiner Reiseliste.

Auf der Suche nach einer Unterkunft stießen wir auf die Ferienparks Cuxland, die man in Bad Bederkesa, Wremen und Dorum-Neufeld findet. In zwei der Parks sind Hunde ebenfalls herzlich Willkommen, es gibt sogar Hundestrände und -plätze. Perfekt! Das war ganz nach unserem Geschmack.

Nach knapp 13 Jahren sollte es also mal wieder ein Ferienhaus werden! Der letzte Urlaub dieser Art war am Gardasee; die Anfänge unserer gemeinsamen Reisen. Ich war sehr gespannt, noch mehr allerdings Toni, ob das wirklich was für mich wäre. Denn eigentlich lasse ich mich inzwischen im Urlaub ganz gerne verwöhnen, möchte ungern selbst kochen, geschweige denn aufräumen und putzen. Aber mit Hund ist es (wie auch mit Kindern) einfach die bessere Art zu urlauben. Hier ist man einfach ungestört, unter sich, kann tun und lassen was man möchte. Ich freute mich riesig auf die für uns mal etwas andere Reiseart.

Ursprünglich wollten wir ganz gerne ein etwas größeres Haus anmieten, mit 78 qm (Typ Seeräuber), doch das war mit Hundebelegung für unseren Zeitraum leider nicht mehr buchbar, so dass wir auf das Haus Typ Strandräuber mit rund 61 qm Wohnfäche auswichen und die Buchung im Dezember 2014 dann endlich fix machten.

Viel geplant hatte ich im Vorfeld der Reise nicht. Klar war, dass ich ein paar der umliegenden Städte besuchen wollte, aber natürlich stand Benita in dieser Zeit an erster Stelle.

Das einzige, was ich bereits im Februar vorab buchte, war eine Wattwanderung zu den Seehunden vor Duhnen, die sehr interessant klang. Und Toni hatte sich für eine Schiffsbesichtigung der MSC Splendida in Hamburg angemeldet.

Vor der Abfahrt an die Nordsee

„Hast du auch an den Napf gedacht, das Salz, die Bettwäsche …?“

Puh, an was man bei einem Ferienhaus-Urlaub nicht alles denken muss! Klar ist die Grundausstattung vorhanden, aber was genau, weiß man im Vorfeld dann doch nicht so genau und plötzlich packt man vorsichtshalber doch etwas mehr ein …

Die Kaffeemaschine wurde mitgenommen, Gewürze, der Grill durfte natürlich auch nicht fehlen … und schwups war der Kombi voll. Allein Benita hatte ja schon einen eigenen Koffer, mit all ihren Spielsachen, Dosen, Leckerlies, Halsbändern usw. Aber lieber zu viel mit als zu wenig.

So fühlt es sich also an, wenn man vollgepackt auf Reisen geht.

Tag 1: Anreise nach Dorum-Neufeld & Erste Erkundungen & Cuxhaven

Das Auto hatten wir noch gestern Abend komplett eingepackt, so dass es heute Nacht gleich losgehen konnte.

Um 3 Uhr klingelte der Wecker, um kurz nach 4 Uhr saßen wir im Auto. „Ankunft: 11.45 Uhr“ zeigte uns das Navi an. Na, das wäre ja fein. Aber wir glaubten nicht so recht dran. Auf einer solch langen Strecke würde es sicherlich zu Verzögerungen kommen.

Den Großteil der Fahrt verschlief ich. Erst kurz vor der Pause wurde ich wieder so richtig wach – da hatten wir bereits knapp die Hälfte der Strecke geschafft. Whow! An der Raststätte Uttrichshausen gönnten wir uns Kaffee und Breze und dann ging es auch schon gleich wieder weiter. Toni wollte nicht abgelöst werden beim Fahren, ich war darüber nicht böse. Ich bin, zugegebenermaßen, lieber Beifahrer als Fahrer.

Benita war die ganze Fahrt über so was von brav. Kein Mucks, gar nichts. So manches Mal musste ich echt nachsehen, ob sie überhaupt noch da ist. 😉

Die Autobahnen waren wunderbar frei, je näher wir unserem Ziel kamen, desto weniger Autos waren unterwegs und desto besser wurden die Straßenverhältnisse. Und siehe da: Um 11.40 Uhr fuhren wir auf den Parkplatz des Hotels Cuxland in Dorum-Neufeld. Whow! Das nenne ich mal Punktlandung, liebes Navi (und das mit Pause!).

Endlich waren wir also da. Cuxhaven lag gleich um die Ecke. Die Stadt, die ich schon seit so vielen Jahren mal besuchen will, weil mir immer davon vorgeschwärmt wird. Ich freute mich riesig – und auch Benita merkte man an, dass sie froh war, endlich die Beinchen vertreten zu können.

Im Cuxland Hotel Dorum meldete ich mich an, aber leider war unser Ferienhaus noch nicht bezugsfertig. Ich hatte fast damit gerechnet, denn der offizielle Bezugstermin ist hier erst ab 15 Uhr.

Also machten wir uns gleich einmal auf die Suche nach dem Hundeplatz. Wir schlenderten durch das Feriendorf und begutachteten die Häuser. Von super gepflegt bis renovierungsbedürftig entdeckten wir hier alles, wobei letzteres eher selten ist.

Erst nach einiger Zeit sahen wir, dass wir vollkommen in die falsche Richtung gegangen waren. Egal, ich sehe mir Häuser wahnsinnig gerne an, auch, wenn es „nur“ Ferienhäuser sind. Und wir hielten schon mal Ausschau nach unserem Häuschen, wobei wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wussten, in welchem Bereich es überhaupt sein würde.

Wieder zurück am Cuxland Hotel Dorum ging es nun die Hauptstraße entlang, vorbei an einigen Restaurants und Cafés/Bars, als wir schließlich den Kutter- und Yachthafen erreichten. Hier fand heute ein Flohmarkt statt und Live-Musik spielte. Seemänner brachten typische Seelieder zum Besten. Wie bestellt! Ein schöner Willkommensgruß für uns. Benita fand es nicht so toll, ihr war es hier viel zu laut und sie wollte nur noch weg.

Hier am Yachthafen gibt es einige Buden. Sowohl Fisch- als auch Wurst-, Getränke- und Süßwarenbuden. Sie standen nicht nur heute hier, sondern sind wohl fester Bestandteil des Hafens. Eine tolle Idee und eine feine Sache für den kleinen Hunger zwischendurch. Auch wir sollten sie noch das ein oder andere Mal nutzen.

Auf den Leuchtturm Obereversand kamen wir heute leider nicht, denn der Zuweg besteht aus Gitterrost. Das ist nichts für Benita; also wieder umgedreht.

Durch den Flohmarkt geschlendert, spazierten wir wieder zurück in Richtung Feriendorf. Wir entdeckten plötzlich den Hundeplatz, den ich mir allerdings etwas anders vorgestellt hatte. Eher so, wie wir ihn von unseren bisherigen Kurztrips in Hundehotels gewöhnt sind, eine Mischung aus Agilty- und Spielwiese eben. Doch das hier war nur Agilty und der Platz war auch nicht sonderlich groß. Hunde haben wir hier nie gesehen. Den dafür notwendigen Schlüssel holten wir uns daher erst gar nicht ab. Es gibt ja noch den Hundestrand.

Auf dem Rückweg verspürten wir leichten Hunger und so kehrten wir in „De Koffiestuv“, der Kaffestube, ein. Hier gab es super leckeren Kuchen und Waffeln; da mussten wir zuschlagen!

Inzwischen war es 14 Uhr und wir marschierten zurück zum Cuxland Hotel Dorum. Die Dame hatte uns Hoffnung gemacht, das Haus evtl. schon eine Stunde früher beziehen zu können, und so war es auch. Ein kurzer Anruf beim Housekeeping und wir bekamen unseren Schlüssel. Juhuu!

Währenddessen reisten noch einige andere Hundehalter an und ich freute mich sehr – das sah ganz nach neuen Spielgefährten für Benita aus. 🙂

Unser Häuschen lag nur zwei Querstraßen vom Hotel entfernt, in der Opi-Huck-Stroot, Haus Nr. 29, etwas zurück versetzt vom Zuweg. Zu allererst beguachteten wir natürlich unser neues Heim für die nächsten Tage und waren auf Anhieb begeistert.
So schön hatte ich es mir ehrlich gesagt nicht vorgestellt. Es war zwar auch schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber trotzdem wirkte es sehr gemütlich und befand sich in sehr gutem Zustand.
Der erste Blick in die Küche überraschte mich. Hier dachte man wirklich an alles, ich hätte hier sogar backen können, Waffeln machen, Raclette … einfach alles, was das Herz begehrt.
Spiele waren vorhanden, DVD’s, CD’s, sogar weitere Deko … und auf der Terrasse wartete u. a. ein schöner Strandkorb auf uns, der Garten war groß und schön angelegt. Au ja, hier gefiel es mir. 🙂

Jetzt war aber erst einmal Entladen des Autos angesagt. Mit all dem Gepäck sah es aus, als würde eine Großfamilie einziehen. So räumten wir also erst einmal alles an seinen Platz, ich bezog das Bett und verstaute die Kleidung.

Das Kinderzimmer benötigten wir natürlich nicht, es diente uns lediglich als Abstellraum für unsere Koffer. Aber es war sehr liebevoll dekoriert, mit Plüschtieren und Gute-Nacht-Geschichten. Und auch ein Babybett war vorhanden. Also auch ein perfektes Haus für die Familie.

Nachdem wir alles soweit verstaut hatten und es langsam früher Abend wurde, entschieden wir uns, den Hundestrand aufzusuchen. Wir waren neugierig darauf und Benita wollte ja auch mal etwas toben (im Feriendorf ist Leinenzwang, was aber vollkommen in Ordnung ist; im Garten durfte sie natürlich frei laufen).

Knapp 1 km war der Hundestrand von unserem Häuschen entfernt, ein gemütlicher Spaziergang. Dort angekommen, trafen wir auch schon auf ein paar andere Hundis und kaum von der Leine, war sie auch schon mitten im Toben, unsere Benita. Man sah ihr die Freude richtig an. Endlich richtig aus sich rausgehen, hüpfen, springen, sausen … Es ist so schön zu sehen, wie ein Hund sich so freuen kann.

Einen richtigen Sandstrand suchten wir hier jedoch vergebens. Eigentlich hätten wir das wissen müssen, schließlich ist der Abschnitt als „Grünstrand“ beschrieben. Aber irgendwie haben wir das beide übersehen. So gibt es hier also viel grüne Wiese zum Toben. Bei Ebbe fürt eine kleine Treppe hinunter ins Watt, bei Flut steigt das Wasser bis an die Steinkante.

Sagen wir mal so: Der Hundegrünstrand gewinnt sicherlich keine Preise, da haben wir schon besseres gesehen und sollten wir die kommenden Tage auch noch – aber es ist ein schöner Platz zum Toben und Spielen für die Hunde und Herrli und Frauli können sich in der Zeit einen gemütlichen Strandkorb mieten.

Überraschenderweise schlug Toni schließlich vor, noch nach Cuxhaven zu fahren. Das hat mich sehr gewundert. Immerhin ist er die gesamte Strecke von knapp 900 km allein gefahren und erfahrungsgemäß braucht er danach erst einmal seine Ruhe. Heute aber zog es ihn dann doch noch mal raus und so fuhren wir ins knapp 25 km entfernte Cuxhaven. Ich war da natürlich sofort mit dabei. 🙂

Das Auto stellten wir in der Deichstraße ab und spazierten zur Aussichtsplattform „Alte Liebe“. Eigentlich hatte ich ja immer gedacht, der Leuchtturm hier würde diesen Namen tragen, doch tatsächlich ist es ein Anleger im Hafen von Cuxhaven mit fantastischer Aussicht auf die vorbei fahrenden Schiffe. Hier legen die Schiffe zu den Inseln Neuwerk und Helgoland sowie zu den Seehundbänken ab. Der Leuchtturm nennt sich „Hamburger Leuchtturm“ und steht einige Meter von hier entfernt.
Da wir ja wussten, dass die MSC Splendida aus Hamburg bereits ausgelaufen war, waren wir der vollen Überzeugung, sie „bald“ hier vorbei fahren zu sehen. „So weit kann das ja nicht sein!“ Tja, weit gefehlt. Ein wenig recherchiert, erfuhren wir, dass ein Schiff ab Auslaufen in Hamburg rund vier Stunden benötigt, bis es hier bei Cuxhaven vorbei kommt. Das wäre dann gegen 21 Uhr! Ne, zwei Stunden Warten war uns dann doch zu lang, zumal es dann ja schon dunkel sein würde. Schade, wäre schön gewesen. So beschränkten wir uns eben auf die vorbei fahrenden Frachter und Bötchen.

Wir spazierten wieder zurück und da ich schon wieder etwas Hunger hatte, kehrten wir im Restaurant „Austernperle“ ein. Hier gab’s für Toni Suppe und Gambas, für mich Quarkkartoffel mit Krabben. Mmmmh, war das guuuut!

Benita hatte sich in der Zwischenzeit auf ihrer Decke eingerollt und schlief tief und fest. Es war ein langer und aufregender Tag und sie war hundemüde. Auch wir spürten den Tag langsam in den Knochen und so ging es nach dem Essen dann auch wieder zurück ins Haus.

Hier ließen wir den Abend gemütlich auf der Couch ausklingen und verfolgten via Webcam das Vorbeifahren der MSC Splendida an der „Alten Liebe“ in Cuxhaven. Dann eben so. 🙂

Tag 2: Hafen in Bremerhaven & Wattwanderung Cuxhaven-Duhnen

Ach wie schön … wie in einem kitschigen Inga-Lindström-Film. 🙂 Während ich den Tisch deckte, spazierte Toni zum nahe gelegenen „Nah & Gut“ und kaufte für unser Frühstück ein. Frische Brötchen, Marmelade, frische Eier … es gab blauen Himmel und Sonnenschein. Idylle pur.

Praktisch ist das ja schon. Direkt im Feriendorf gibt es einen kleinen Supermarkt, der mit den wichtigsten Lebensmitteln sowie frischen Backwaren ausgestattet ist. Preislich ein klein wenig teurer als im Discounter, aber nicht dramatisch. Zusätzlich kann man einen Brötchen-Bringdienst buchen. Den haben wir jedoch nicht genutzt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es ins ca. 25 km entfernte Bremerhaven. Ziel war das Kreuzfahrtterminal, denn heute sollte hier die Astor von Cruise & Maritime Voyages (ehemalige Transocean) einlaufen.

Zunächst einmal fuhren wir jedoch durchs Hafengelände und waren zum einen sehr überrascht, wie frei man sich hier bewegen kann. Zum anderen waren wir von der Größe wahrlich beeindruckt.

Die Hafenanlage in Bremerhaven besteht aus insgesamt fünf Hafengebieten: Der Alte Hafen, der Neue Hafen, der Fischereihafen, die Geestemündung sowie die Überseehäfen.

Letztere sind mit einer Größe von knapp 7,8 Millionen Quadratmetern die größte Hafenanlage der Stadt und setzen sich aus Container-, Auto-, Ro-Ro-, Frucht-, Stückgutterminal sowie dem Kreuzfahrtterminal Columbuskaje zusammen.

Wir fuhren einmal quer durch den Hafen hindurch, entdeckten riesige Frachter und Tausende von PKW’s. Wansinn! Noch nie habe ich so viele Autos auf einem Fleck gesehen! Das Auto-Terminal gehört zu den größten der Welt. Pro Jahr werden hier rund 1,3 Millionen Autos umgeschlagen, auf einer Fläche von rund zwei Millionen m².

Der Containerhafen „Wilhelm Kaisen“ besitzt die länge Seekaje der Welt und gehört zu den größten Containerhäfen Europas. Die Frachter stapeln hier bis zu 8000 Container. Zahlen, die einen regelrecht in Staunen versetzen.

Am Kreuzfahrtterminal Columbuskaje erfragten wir nach einigem Umherirren den Aufweg zur Aussichtsplattform. Das Terminal war grundsätzlich noch geschlossen, aber an der braunen Seitentür konnten wir nach oben. Leider hatte die Astor Verspätung, so dass wir etwas über eine Stunde auf sie warteten. Aber egal, wir hatten schließlich Urlaub und Benita war auch ganz geduldig.

So langsam füllte sich schließlich das Terminal, die neuen Passagiere trudelten ein und dann kam sie auch schon auf uns zu: Die Astor. Was soll ich sagen? Da ich kein Fan von alten Schiffen bin, war es natürlich nicht unbedingt „das“ Highlight für mich. Aber wir konnten schöne Fotos machen und alles in allem hat sich der Ausflug hierher gelohnt.

Zurück im Ferienhaus, bereiteten sich Toni und Benita auf einen gemütlichen Fußball- und Grillabend vor, während ich mich fertig machte für meine Wattwanderung. Mensch, war ich gespannt!

Über den Veranstalter „Wunderwelt Watt“ buchte ich bereits im Februar eine rund 4-stündige Tour zu den Seehunden vor Duhnen. Die Wanderung hörte sich interessant an, Tiere mag ich immer und die Dauer war auch ordentlich. Dann nichts wie los.

Treffpunkt war um 16.30 Uhr am Kreisel in Duhnen (kurz davor gibt es einen großen Parkplatz, gebührenpflichtig). Bei den Jungs von „Wunderwelt Watt“ angemeldet, teilten mir diese gleich mit, dass ich heute besonderes Glück hätte. Denn statt der üblichen rund 20 Teilnehmer sollten wir heute nur zu Dritt sein (plus Guide) und würden daher eine sehr private Tour erhalten. Super, das hörte sich gut an, da hatte ich ja mal wieder richtig Glück! Das Wetter spielte auch hervorragend mit. Blauer Himmel und Sonnenschein. Besser konnte es ja gar nicht sein.

Trotzdem bereiteten mir meine Schuhe noch ein wenig Kopfzerbrechen. Gemäß der Information, unter gar keinen Umständen Gummistiefel zu tragen, holte ich mir zu Hause extra noch die empfohlenen Neopren-Schuhe. Bei dem Gedanken allerdings, dass wir durch kniehohe Priele laufen würden, zog sich alles in mir zusammen. Ich hasse es, mit Klamotten ins Wasser zu gehen. Ui ui ui … Außerdem hatte ich angst, völlig erkältet wieder zurück zu kommen, denn das Wasser ist doch sicher schrecklich kalt … Doch meine Bedenken wurden schnell weggewischt – das Wasser sei relativ warm. Na mal sehen.

Nachdem die restlichen zwei Teilnehmer angekommen waren, ging die Tour dann auch schon los. Ein wenig am Strand entlang, marschierten wir schließlich ins Watt und kurze Zeit später musste ich mich schon arg überwinden! Ab ins Wasser … Zuerst nur knöchelhoch, dann immer weiter … Hui! Das Wasser floss in meine Schuhe – und tatsächlich: Es wurde wohlig warm. Puh, Gott sei Dank. Vier Stunden im kalten Wasser zu stehen wäre übel geworden.

Und so ging es munter weiter. Mal mehr und mal weniger Wasser, zwischendurch streiften wir kniehohe Priele. Und schon zahlten sich meine Schuhe aus, denn während sich bei einem Teilnehmer die Gummistiefel bis oben hin mit Wasser füllten und das Gehen erschwerten, konnte ich einfach drauf los laufen. Auch die Regenhose hielt erstaunlich viel ab, fast so wie ein Schutzschild. Und irgendwann war mir sowieso alles egal und es fing an, richtig Spaß zu machen. Plötzlich konnte es gar nicht mehr tief genug sein. 😉

Immer wieder blieben wir stehen und unser Guide Hans erklärte uns die Tiere im Wattenmeer. Wir entdeckten in erster Linie natürlich die Wattwürmer und ihre Hinterlassenschaften, aber auch viele verschiedene Muscheln, außerdem Quallen, Schwämme und eine kleine Krabbe sowie eine Auster.

Besonders faszinierend fand ich die Muscheln. Muscheln vergraben sich im Sand. Gräbt man diese (lebendig) aus und legt sie auf die
Oberfläche, buddeln diese sich innerhalb von Minuten wieder ein. Und tatsächlich! Man konnte ihnen dabei richtig zusehen. Faszinierend.

Unser Guide hatte per GPS immer den „Weg“ im Blick, führte uns um zu hohe Priele herum und erzählte uns sehr viel Interessantes rund ums Watt. Zurück ließen wir die „Skyline“ von Cuxhaven-Duhnen, die immer kleiner und kleiner wurde. Links von uns lag die Insel Neuwerk, die wir jedoch auch einige Zeit später hinter uns ließen.

Der Anblick der vorbei fahrenden Frachter einige Kilometer entfernt war schon komisch. Wir marschieren hier durchs Meer und dort drüben fahren die Schiffe vorbei. Schon irgendwie eigenartig.

Faszinierend war auch das unterschiedliche Landschaftsbild des Watts. Die Sanformationen sahen immer unterschiedlich aus, teilweise wirkten sie wie auf einer Mondlandschaft. Toll.

So langsam mussten wir die Seehundbänke erreichen, wir waren alle schon sehr gespannt, hatten uns aber wohl auch alle etwas anderes darunter vorgestellt. 😉 Denn tatsächlich kamen wir nur auf rund 700 Meter ran und konnten die Seehunde gerade mal stecknadelgroß erkennen. Ah ja! Doch die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, vor allem als uns unser Guide erklärte, wie aggressiv sie werden können, vor allem in der Brutzeit. Und genau in dieser befanden sich die Tiere hier ja. Ich glaube, das muss niemand erleben.

Mit dem Fernglas suchten wir die Seehundbänke ab, ich machte trotzdem ein paar Fotos und dann ging es auch schon wieder zurück. Da sich die Wasserstände hier inzwischen verlagert hatten, nahmen wir einen etwas anderen Weg als vorhin, aber ganz ehrlich: ICH konnte das nicht erkennen. Für mich sah das hier alles gleich aus und ich wurde in meiner Meinung bestätigt: Niemals alleine ins Watt gehen. Wenn man sich nicht auskennt, lieber sein lassen oder eben einer geführten Tour anschließen. Allein der Schlick kann einem hier schnell zum Verhängnis werden. Und der ist als Laie kaum zu erkennen!

Weil unsere zwei Begleiter es plötzlich ziemlich eilig hatten, ließ Hans sie schließlich nach Hinweisen zum Weg ziehen und marschierte mit mir gemütlich zurück. Wir konnten die Eile nicht so ganz verstehen. Es war so ein wunderschöner Tag, die Sonne ging langsam unter und hüllte das Watt und die Landschaft in ein so wunderbar warmes Licht. Ich blieb immer wieder stehen, um Fotos zu machen und war völlig fasziniert von diesem Anblick. Nicht umsonst gehört das Watt hier zum UNESCO Weltnaturerbe. Lt. Hans‘ Aussagen war dieser klare Sonnenuntergang ohne Wolken heute auch noch etwas ganz Besonderes, den es hier eher selten zu sehen geben soll.

Gegen 21 Uhr erreichten wir schließlich in der Dämmerung nach insgesamt 12,4 km wieder den Sandstrand von Duhnen. Nach so vielen Stunden auf unebenem Boden war ich jetzt erst einmal ziemlich wackelig auf den Beinen.

Mensch, sah ich aus! Meine Schuhe waren tropfnass (und langsam wurde es doch kalt), meine Hose war bis oben hin dreckig. Ich freute mich jetzt richtig auf meine warmen Socken und die Couch. Von Hans verabschiedet, zog ich mich schnell um und düste wieder „nach Hause“.

Ich war absolut begeistert. Die Tour war echt klasse und kann ich jedem nur empfehlen. Dass sie eigentlich nicht wirklich was mit Seehunden zu tun hat, störte mich dabei gar nicht. Das ganze war für mich trotzdem ein ganz tolles Erlebnis. Und eines hatte ich ebenfalls dazu gelernt: Watt bedeutet nicht, dass das Wasser komplett verschwindet … 😉

Tag 3: Zum Hundestrand nach Cuxhaven-Sahlenburg

Heute stand Benita an erster Stelle und so steuerten wir den rund 25 km entfernten Hunde-SANDstrand in Cuxhaven-Sahlenburg an. Juhuuu!

Das Auto in einer der Seitenstraßen abgestellt (Parkplätze gibt es hier wirklich genügend), spazierten wir die Promenade „Am Sahlenburger Strand“ entlang, an der sich einige Restaurants, Bars und Läden aneinander reihen. Hier ist alles sehr weitläufig und einladend, mir gefiel es auf Anhieb.

Gegenüber des Campingplatzes Wernerwald befindet sich der Hunde-Sandstrand. Für die Nutzung wurden heute 3,- € pro Person (Hund kostenfrei) veranschlagt, was mich zwar ein wenig verwunderte, ich aber vollkommen in Ordnung fand. Dafür war der Strand wenigstens sauber und aufgeräumt. Scheinbar zahlt man hier jedoch nur am Wochenende (und in der Hauptsaison?), denn wir waren einige Tage später nochmals hier und da kassierte niemand.

Benita war erst einmal ein wenig überfordert. So viele Hundis in allen Größen … da musste sie sich erst einmal langsam herantasten. Sie braucht dafür immer eine gewisse Zeit, um die Lage zu überblicken und sich ihre Spielgefährten in Ruhe auszusuchen.

Wir ließen ihr alle Zeit der Welt, schließlich ist es ihre Entscheidung, ob und mit wem sie spielen möchte. Da sie doch sehr auf uns fixiert ist, wich sie uns anfangs auch gar nicht von der Seite.

Ich war mal wieder restlos begeistert, wie ruhig und angenehm hier alles war. Hunde kamen und gingen, es war ein ständiger Wechsel, aber alles ging friedlich vonstatten. Hier und da mal ein Bellen im Spiel, aber kein Dauergekläffe und kein Gerangel. Hervorragend!

Hier spielte jeder mit jedem. Der Golden Retriever mit dem kleinen Jack Russel und der Schäferhund mit dem Westie. Herkunft, Alter und Größe völlig egal! Daran könnte sich die Menschheit wirklich mal ein Beispiel nehmen.

Auch Benita taute langsam auf, tastete sich an den ein oder anderen Hund heran, sauste und blödelte mit ihnen herum. Ach schön, man merkte ihr die Freude richtig an. Durch das Watt war sie von oben bis unten voller Schlamm. Hui, war das luuustig. 😉 Zum Glück ist unser Hund selbstreinigend – eine halbe Stunde später war alles trocken und fiel von selbst wieder ab.

Der (abgeteilte) Hundestrand hat zwar gerade mal die Größe eines Fußballfeldes, reicht aber meiner Meinung nach vollkommen aus, zumal die Hunde ja auch noch weiter ins Watt bzw. ins Meer können. „Eigentlich“ besteht auch hier ganzjährig Leinenpflicht, woran sich aber während unseres Aufenthalts (zum Glück!) niemand gehalten hat. Auch wir nicht. Wozu gibt es einen Hundestrand, wenn die Tiere dann doch nicht von der Leine dürfen? Das ist ja vollkommener Quatsch, hier wollen sie schließlich spielen und toben – und dazu gehört nunmal das Sausen ohne Leine.

Natürlich muss man immer ein wenig vorsichtig sein und sollte seinen Hund nicht aus den Augen lassen. Obwohl ich die Leute hier als sehr rücksichtsvoll erlebt habe, immer auf ihre Schützlinge achtend, reicht natürlich ein Mensch und/oder Hund aus, der nicht (so) sozialisiert ist und dann gibt es Ärger. Das muss nicht sein.

Knapp zwei Stunden hielten wir uns hier auf, dann war zum einen Benita müde, zum anderen wurde es immer dunkler und Wolken zogen auf. Es sah ganz nach schlechtem Wetter aus, was auch leider vorher gesagt war. Also wieder zurück zum Auto und ins Haus gefahren.

Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten, legten wir bei uns in Dorum-Neufeld noch bei den Ständen am Hafen einen kleinen Stopp ein und gönnten uns leckere Krabben- und Fischbrötchen. Und schon wieder war es passiert … ich bestellte eine Krabben-„Semmel“ … und wurde gleich als Touri erkannt. 😉 An das „Brötchen“ kann ich mich aber auch so absolut nicht gewöhnen!

Wieder im Haus, prasselte auch schon der Regen herunter. Den restlichen Tag verbrachten wir daher ganz gemütlich auf der Couch, außerdem hatten wir uns ohnehin Arbeit mitgenommen und die konnte jetzt ganz ohne Gewissensbisse erledigt werden.

Tag 4: Bremerhaven & Hundegrünstrand Dorum-Neufeld

Das schöne Wetter ließ heute leider noch ein wenig auf sich warten. Es regnete zwar nicht mehr, aber bewölkt war es. Also holten wir uns in aller Ruhe frische Brötchen und genossen ein ausgiebiges Frühstück.

Gegen Mittag schlugen wir erneut den Weg nach Bremerhaven ein. Die MS Hamburg von Plantours (ehemalige Hapag Lloyd Columbus) wurde aufgrund technischer Schwierigkeiten umgeroutet von Hamburg nach Bremerhaven und natürlich wollten wir sie uns mal aus nächster Nähe ansehen. Geplant war es, beim Einlaufen mit dabei zu sein, allerdings verschob sich die Ankunftszeit fast stündlich und so erfuhren wir heute Morgen, dass sie schon längst im Hafen stand. Auch gut, dann mussten wir uns nicht beeilen.

Dieses Mal kannten wir den Weg auf die Aussichtsplattform ja schon und tatsächlich stand die MS Hamburg bereits da. Wir machten ein paar Fotos; ansehen konnten wir sie uns jedoch leider nur von außen. Doch wie schon die Astor vor ein paar Tagen, zählt auch die MS Hamburg nicht zu meinen persönlichen Favoriten.

Weiter ging es nun ins Zentrum von Bremerhaven. Im „Restaurant Lloyds“ am Neuen Hafen hatten wir uns noch heute Morgen ganz spontan mit einem Kreuzfahrtbekannten verabredet. Das Lokal fanden wir auf Anhieb, das Auto parkten wir bequem beim Klimahaus Bremerhaven 8° Ost.

Bei netten Gesprächen über … na, was wohl? … das Thema „Kreuzfahrten“ verging die Zeit wie im Fluge. Es war ein schönes Treffen in einem sehr schönen Lokal. Eine gelungene Mittagspause.

In der Zwischenzeit hatten sich auch die vielen Wolken verzogen und der blaue Himmel kam zum Vorschein. Klasse, da konnte unsere Besichtigungstour durch Bremerhaven ja starten.

Der Bereich um den Neuen Hafen gefiel uns auf Anhieb. In den Sommermonaten muss es hier sehr romantisch und gemütlich sein, das Hafenbecken wird auch gerne für Großveranstaltungen genutzt, wie z. B. für die „Sail“ in Bremerhaven, bei der sechs Tage lang Windjammer aus aller Herren Länder hier ankern und natürlich entsprechendes Programm geboten wird.

Ansonsten gilt der Hafen als Liegeplatz für historische Museumsschiffe, heute war aber auch noch ein anderes, sehr bekanntes, Schiff hier zu sehen: Die „Alexander von Humboldt II“, das „grüne Schiff“ aus der Becks-Werbung. Sie wird als Jugend- und Ausbildungsschiff im Rahmen des Sail-Trainings eingesetzt. Die grünen Segel hat sie tatsächlich erst seit Mai diesen Jahres.

Wir spazierten die Lloyd Marina hoch und erreichten die Schleuse zum Neuen Hafen mit dem Simon-Loschen-Leuchtturm. Kaum an der Brücke ankommen, gab es ein Alarmsignal und die Brücke wurde aufgedreht. Aus einer einfachen Dockschleuse wurde 2005 eine hochmoderne Kammerschleuse gebaut und kann nun alle Schiffe aufnehmen, die in die 50 x 14 m große Schleuse passen.

Weiter ging es die Kommodore-Ziegenbein-Promenade entlang, von hier hatten wir einen schönen Blick auf die Weser. Wir befanden uns nun wieder in den „Havenwelten Bremerhaven“, die sich vom Klimahaus bis knapp zur Schleuse ziehen. Hier befindet sich auch der „Zoo am Meer“, ein Erlebniszentrum für Groß und Klein. Der Schwerpunkt liegt auf den Tieren des Nordens, wie z. B. Pinguine, Robben und Eisbären, aber auch Affen gibt es zu sehen. Da ich Tonis Einstellung zu Zoos kenne, habe ich ihm den Besuch erst gar nicht vorgeschlagen. 😉 Vielleicht beim nächsten Mal.

Dafür zog das ATLANTIC Hotel SAIL City seine volle Aufmerksamkeit auf mich. Mit 140 m ist es das höchste und wohl auch markanteste Gebäude der Stadt, mit einer gewissen Ähnlichkeit zum Burj al Arab in Dubai.

Weil wir gerade so schönes Wetter und klare Sicht hatten, entschied ich mich, die Aussichtsplattform zu besuchen. Hunde dürfen leider nicht mit nach oben, weshalb Toni mit Benita unten auf mich wartete. Fand er aber gar nicht schlimm, denn mit der Höhe hat er’s eh nicht so.

3,- € bezahlt (Stand: Mai 2015), ging es mit dem Fahrstuhl in die 20. Etage. Stark besucht scheint die Aussichtsplattform ja nicht zu sein. Wir waren nur zu Dritt da oben, später hatte ich sie sogar ganz für mich allein.

Der Ausblick über Bremerhaven war klasse! Man kann von hier oben die gesamte Stadt überblicken, auch das Hafengelände und die Kreuzfahrtschiffe, die hier stehen. Ich stieg noch die Treppe zur 21. Etage hoch, von hier oben kann man etwas bessere Fotos machen, doch dann ging’s auch schon wieder nach unten. Ich wollte meine zwei Lieben nicht so lange warten lassen. Aber scheinbar war’s schon zu lang. Benita freute sich und sprang mir entgegen, als wäre ich fünf Tage weg gewesen. 😉

Direkt anschließend ans Hotel befindet sich die Einkaus- und Erlebniswelt „Mediterraneo“. Auf rund 9.000 qm findet man sich hier in einem italienischen Städtchen wieder, mit Piazza, Arkaden, Altstadthäusern und ganz viel südländischem Flair. Wirklich toll gemacht, wir waren richtig begeistert. Natürlich kamen wir nicht umhin, in den ein oder anderen Laden zu schauen.

Es ging den Weserdeich entlang, vorbei am Deutschen Schifffahrtsmuseum. Auf 8.000 qm Ausstellungsfläche sind hier zahlreiche Schiffe der deutschen Seefahrtsgeschichte zu sehen. Im Freigelände konnten wir ein paar davon bestaunen, das Museum selbst haben wir nicht besucht.

Kurz bevor wir den Radarturm erreichten, bogen wir ab zum Stadttheater und befanden uns kurz darauf in der Bürgermeister-Smidt-Straße, der Fußgängerzone. Vom 1-Euro-Laden bis zur Boutique ist hier eine breite Vielfalt zu finden, dazwischen stößt man auf schön gestaltete Brunnen sowie auf die herrliche Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche.

Unser Rundgang neigte sich seinem Ende zu, die Altstadt hatten wir gesehen und so spazierten wir über die Columbusstraße wieder zurück zum Auto.

Bremerhaven hat uns sehr gut gefallen. Eine wirklich schöne maritime Stadt! Leider haben wir die Hafenrundfahrt nicht mehr geschafft, auch nicht die kommenden Tage. So werden wir wohl oder übel irgendann wieder kommen müssen.

Während des Rückwegs kauften wir noch fleißig für den heutigen Grillabend ein. Ich freute mich riesig darauf. Ja, das war schon ein ganz anderer Urlaub als sonst, aber wir fühlen uns alle Drei auch richtig wohl.

Zum Abschluss des Tages spazierten wir noch zum Hunde-Grünstrand. Benita hatte heute alles so brav mitgemacht, jetzt kam sie wieder an die Reihe und eine Runde Frisbee war jetzt genau das Richtige.

Tag 5: Toni besichtigt die MSC Splendida in Hamburg & Manuela macht sich mit Benita einen ruhigen Tag

Heute trennten sich Tonis und meine Wege, denn Toni hatte sich für die Schiffsbesichtigung der MSC Splendida in Hamburg angemeldet, auf die Hunde natürlich nicht mit dürfen und den ganzen Tag allein im Ferienhaus lassen kam für mich nicht in Frage.

Hamburg selbst fand ich dann auch zu anstrengend für Benita und so legten wir einen gemütlichen Tag „zu Hause“ ein. Benita war, glaube ich, ganz froh, denn die letzten Tage waren wir doch ziemlich viel unterwegs und sie musste dringend etwas Schlaf nachholen.

Toni machte sich schon am frühen Morgen auf den Weg. Nach Hamburg sind es knapp zwei Stunden und dank des Bahnstreiks waren weitaus mehr Leute auf der Straße unterwegs als üblich.

Die Schiffsbesichtigung selbst hat Toni gut gefallen. Er kam ganz begeistert wieder von der Splendida zurück, mit vielen Fotos im Gepäck. Zwar konnten sie nur zwei Kabinenkategorien besichtigten, was er sehr schade fand. Dafür aber hatten sie viel Zeit für die weiteren Räumlichkeiten an Bord und auch das Restaurant wurde ausgiebig getestet. Alles in allem war er den ganzen Tag unterwegs und kam erst gegen 19 Uhr wieder zurück.

Benita und ich begannen den Tag hingegen erst einmal mit einem ausgedehnten Spaziergang mit ganz viel Schnüffeln und noch mehr Trödeln. Einfach mal eine Weile hinsetzen, aufs Meer schauen und die Gedanken schweifen lassen – sehr erholsam!

Außerdem besuchten wir das Nationalpark-Museum und Benita traf zum ersten Mal auf an ihr vorbei schwimmende Fische. Hui, da wurden die Augen aber groß! Das Museum ist zwar relativ klein, aber mit den Röhren-Aquarien und den Informationen zum Wattenmeer sehr interessant. Die ausgestopften Robben und Vogelarten fand aber nicht nur ich eigenartig; auch Benita wusste damit nicht so recht anzufangen … sind die jetzt echt, oder was? Lieber mal mit etwas Sicherheitsabstand vorbei schnüffeln. 😉

Nach einem schnellen Hausputz machten wir es uns am Nachmittag im Garten bequem. Leider schlug das Wetter plötzlich um und eine Gewitterfront zog auf uns zu. Erst gegen Abend wurde es wieder sonnig und trocken.

Ein – zumindest für mich und Benita – ruhiger und erholsamer Tag.

Tag 6: Unterwegs in Cuxhaven

Was gibt es schöneres, als von warmen Sonnenstrahlen geweckt zu werden?! Es versprach, ein toller Tag zu werden und so setzten wir unseren Plan in die Tat um: Die Stadtbesichtigung Cuxhavens.

Einen Teil davon, nämlich den Bereich um die „Alte Liebe“ herum, hatten wir ja bereits an unserem ersten Tag besucht. Doch Cuxhaven hat natürlich noch mehr zu bieten und das wollte ich mir nun näher ansehen.

Von der Segelckestraße aus spazierten wir als erstes zum Schloss Ritzebüttel. Im 14. Jahrhundert errichtet, wurde es zunächst lange Zeit als Wohnsitz für Hamburger Amtsmänner genutzt. So nach und nach verlor es jedoch an Bedeutung und nachdem Cuxhaven an Preußen ging, verfiel das Schloss zusehends. Erst in den 90er Jahren wurde es saniert und inzwischen erstrahlt es in neuem Glanz.

Das Schloss kann besichtigt werden, Vorträge und Veranstaltungen finden hier statt, außerdem gibt es ein Restaurant und einen Schlosspark. Wir beschränkten uns auf die Außenansicht und machten ein paar schöne Fotos.

Nur wenige Schritte weiter erreichten wir die Martinskirche sowie den davor liegenden Markplatz mit tollen, bunten und schön renovierten Häusern.

Begeistert aber war ich vom 47 m hohen Wasserturm. Er liegt zwischen dem Bahnhof und dem Kaemmererplatz und wurde 1897 erbaut. Grund hierfür war die Choleraepidemie 1892 in Hamburg. Cuxhaven wurde davon zwar nicht heimgesucht, doch der Turm diente als Warnung.

Über die Kapitän-Alexander-Straße erreichten wir den Ritzebütteler Schleusenpriel mit der „Gaffelschoner Hermine“, Der alte Elbsegler ist das letzte erhaltene Schiff seiner Art und wurde komplett renoviert. Mit der Wiese im Vorder- und der bunten Häuserzeile im Hintergrund ein eigenartiges Bild, wenn zwischendrin das Schiff zu sehen ist.

Weiter ging es die Konrad-Adenauer-Allee entlang und über den Karl-Olfters-Platz zum Rathaus, das ich mir allerdings interessanter vorgestellt hatte. Tatsächlich ist es ein wuchtiger Backsteinbau, allerdings nicht sonderlich attraktiv. Auf der Deichstraße ging es zurück zum Kaemmerer-Platz. Hier beginnt die Fußgängerzone Nordersteinstraße, die erst vor wenigen Jahren erneuert wurde. Wir bummelten ein Stück entlang und gönnten uns anschließend in der Eisdiele Da Dalto einen gaaanz großen Eisbecher; den haben wir uns jetzt verdient. 🙂

Am Nachmittag fuhren wir weiter in den Stadtteil Döse. Hier war ja so absolut gar nichts los! Auf dem mehrere hundert Plätze umfassenden Parkplatz standen mit uns glatt drei Autos! Whow! Das sieht im Sommer sicher „ein wenig“ anders aus.

Wir spazierten den Deich entlang, mit herrlichem Ausblick auf die Nordsee. Ziel war natürlich die 30 m hohe Kugelbake – das Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven. Sie ist auch auf der Stadtflagge zu finden.

Je näher wir dem „nördlichsten Punkt von Niedersachsen“ kamen, desto stärker pfiff uns der Wind um die Ohren. Deshalb wohl auch die Schilder, die auf das Betreten auf eigene Gefahr hinweisen. 😉 Geographisch endet an der Kugelbake die Elbe und mündet in die Nordsee, weshalb hier auch die Kreuzfahrtschiffe und Frachter, welche aus Hamburg kommen, vorbei ziehen.

Auf dem Rückweg wurden noch ein paar Postkarten im Souvenirshop gekauft, anschließend fuhren wir zurück nach Dorum-Neufeld. Am Fischerhafen gönnten wir uns wieder zwei Fischbrötchen; ich hätte mich die ganze Woche über davon ernähren können, so gut waren sie.

Benita war ganz froh, als wir am Abend wieder im Haus angekommen waren. Es war ein langer Tag für sie, wir waren doch einige Stunden nonstop auf den Beinen. Für sie war jetzt erst einmal Ruhepause angesagt, während Toni und ich nach einem kurzen Regenschauer wieder gemütlich grillten.

Tag 7: Kurzausflug nach Bremen & Hundegrünstrand

Über Nacht kam der Regen zurück, der leider auch bis Mittag andauern sollte. Da hätte ich gar nicht so früh aufstehen müssen. Egal, so konnte ich noch ein wenig arbeiten und als endlich die Sonne zum Vorschein kam, machten wir uns dann doch noch auf den Weg nach Bremen.

Etwa 1 1/2 Stunden fuhren wir in die rund 90 km entfernte Hansestadt. Leider wurde das Wetter wieder schlechter, je näher wir Bremen kamen und noch während der Parkplatzsuche begann es zu Regnen. Hm, das hatten wir uns anders vorgestellt.

Doch jetzt waren wir schon mal hier und vielleicht würde es ja noch aufreißen. Die Suche nach einem Stellplatz gestaltete sich ein wenig schwierig, die Parkgaragen waren alle irgendwie kompliziert zu erreichen, schließlich wurden wir in der Sögestraße fündig, nachdem wir das Parkhaus mehrmals umkreist hatten.

Mit Schirm und Reiseführer bepackt, stiefelten wir also los in die Stadt. Wir spazierten durch die Lloydpassage, die mir auf Anhieb recht gut gefiel. Eine überdachte Einkaufsstraße, 1984 erstellt, sehr schön gestaltet. Seit 2003 gilt sie auch als „Mall of Fame“, denn im Boden der Passage findet man Bronzeplatten mit den Handabdrücken Prominenter, die einen Bezug zu Bremen haben. Wir kannten allerdings nur wenige, wie z. B. Peter Maffay und Hape Kerkling.

Kaum aus der Passage draußen, prasselte wieder der Regen auf uns herunter und Toni entschied sich, mich allein ziehen zu lassen und mit Benita lieber in einem Café auf mich zu warten. Mit Schirm und Hund durch die belebten Straßen zu laufen, war ihm zu umständlich, zumal Benita wenig Lust darauf hatte. 😉

Doch man möchte es nicht glauben: Wir suchten eine gute Viertelstunde nach einem Café und wurden einfach nicht fündig. Entweder, es gab Hundeverbot – oder aber gar nichts. Also musste er doch in den sauren Apfel beißen und ich begann meinen Stadtrundgang am Marktplatz. Wenigstens ohne Regen, denn der hatte aufgehört.

Die Hallenkirche „Unser Lieben Frauen“ war leider größtenteils eingerüstet, so dass ich gar nicht genau sagen kann, wie sie aussieht. 😉 Bevor wir das Rathaus erreichten, entdeckte ich das wohl bekannteste Denkmal der Stadt: „Die Bremer Stadtmusikanten“ aus dem Jahre 1953. Darauf hatte ich mich ja am meisten gefreut, aber wie es nunmal so ist: Irgendwie hatte ich mir das Denkmal größer vorgestellt. Leider steht es hier ziemlich abseits, was die vielen Fotografen jedoch nicht davon abhielt, sich darauf zu stürzen. Es war nahezu unmöglich, die Stadtmusikanten ohne Menschen zu fotografieren.

Das gotische Rathaus mit der Renaissance-Fassade sah leider ziemlich herunter gekommen aus. Generell fanden wir die vielen Gebäude rund herum, wie den St.-Petri-Dom, das Haus der Bürgschaft wie auch das Haus Schütting „renovierungsbedürftig“. Vielleicht erschien es uns nur heute aufgrund des schlechten Wetters so, aber als richtig „schön“ empfanden wir Bremen nicht. Vielleicht aber sind wir auch mit zu hohen Erwartungen hierher gefahren, wir hatten beide eine gewisse Ähnlichkeit zu Hamburg vermutet. Doch die beiden Städte unterscheiden sich sehr.

Auch waren speziell rund um das Rathaus sehr viele Bettler, einer heftete sich uns an die Fersen und erzählte uns (unaufgefordert) ein bisschen was zu Bremen, allerdings war von vorne herein klar, mit welchen Absichten er das tat. Er wurde aufdringlich und das mag ich nicht.

Sehr gut gefallen hat mir der „Roland“, eine Bildsäule des Hüters von Recht und Freiheit. Seit 1404 steht sie hier und wurde 2004 gemeinsam mit dem Rathaus zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Das Denkmal ist riesig und eindrucksvoll, hat mir wirklich gut gefallen.

Wir liefen die Straßen weiter und querten die „Böttcherstraße“, eine 110 m lange Fußgängerpassage, in der die Böttcher einst ihre Fässer fertigten. Leider tröpftele es schon wieder und Toni hatte absolut keine Lust mehr. Ich aber ehrlich gesagt auch nicht.

Irgendwie strahlte Bremen eine für uns „eigenartige“ Atmosphäre aus. Blickte man in die Gesichter der Menschen hier, liefen alle mit herunter hängenden Mundwinkeln durch die Straßen und rempelten einen an. Auch fand man immer und überall Hunde-Verbotsschilder. Klar, so etwas fällt nur Hundehaltern auf und auch nur die können das verstehen, was ich jetzt sage: Selten eine so hundeunfreundliche Stadt gesehen! Dass Hunde nicht überall hinein dürfen, ist vollkommen in Ordnung. Dass sie aber fast schon aus der Stadt „rausgeworfen“ werden, ist unmöglich. Nicht einmal Dog-Stations waren hier zu finden, geschweige denn mal ein grüner Streifen zwischendrin. Da ich das nicht verstand, recherchierte ich nachträglich ein wenig und erfuhr dabei, dass die Stadt Bremen wohl tatsächlich ein Problem mit Hunden zu haben scheint und sie es noch nicht einmal auf die Reihe bekommen (ja, sich sogar weigern!), anständige Hundeplätze zu gestalten, so wie es sie in allen anderen Großstädten auch gibt. Sehr, sehr schade.

Nein, wir wollten jetzt alle Drei raus aus Bremen, auch Benita war sichtlich gestresst und froh, als sie wieder im Auto saß. Schade, wir hatten uns mehr erhofft.

Auf dem Rückweg wurde das Wetter Stück für Stück besser und in Dorum-Neufeld angekommen, erwarteten uns strahlend blauer Himmel und Sonne pur. Hervorragend! Also stellten wir das Auto ab und spazierten gemütlich zum Fischerhafen vor, auf … ja richtig! … ein Fischbrötchen. Na gut, Toni hatte von diesen Brötchen inzwischen genug und holte sich stattdessen eine Currywurst. Hier war ja für alles gesorgt.

Am Hundegrünstrand spielten wir mit Benita ausgiebig Frisbee. Da sonst fast nichts los war, hatten wir die gesamte Fläche für uns und konnten uns so richtig austoben. Ja, auch Frauli liebt es, Frisbee zu spielen, vielleicht sogar noch ein wenig mehr als Hundchen. 🙂

Völlig ausgepowert ging es einige Zeit später wieder zurück zum Fischerhafen – wir gönnten uns eine kleine Nachspeise in Form eines Crêpes. Man musste ja schließlich alles mal ausprobiert haben. Schade, dass es bei uns so etwas nicht gibt; da könnte man sich glatt dran gewöhnen.

Weil wir heute nicht schon wieder grillen wollten, nahmen wir uns schließlich noch geräucherten Fisch fürs Abendessen mit. Mensch, war der guuut! Wenn ich könnte, würde ich den Fisch kiloweise mit nach Hause nehmen. 😉

Tag 8: Hundestrand Sahlenburg & Sonnenuntergang am Leuchtturm Obereversand

Der Tag begann wunderbar sonnig und warm. Perfekt für unser heutiges Vorhaben.

Den letzten vollen Tag unseres Aufenthalts hier in Cuxhaven wollten wir noch einmal ausschließlich Benita widmen und so fuhren wir mit ihr erneut an den Hundestrand in Cuxhaven-Sahlenburg. Sowohl ihr als auch uns hat es dort beim letzten Mal gut gefallen. Da Benita den Sand ja so sehr liebt, sollte sie sich heute noch einmal so richtig darin austoben.

Eine Gebühr wurde heute nicht verlangt, dafür mieteten wir uns dieses Mal jedoch einen Strandkorb für gerade mal 9,- € (Tagesgebühr außerhalb der Saison, Stand: Mai 2015). Diese Strandkörbe haben mich schon immer begeistert! Sie strahlen einfach so eine gewisse Gemütlichkeit aus und sind für mich der Inbegriff der Nord- und Ostsee. Tatsächlich sind sie auf Dauer etwas hart und ungemütlich, aber für unsere vier Stunden Aufenthalt war es absolut in Ordnung.

Auch heute war hier wieder ein Kommen und Gehen, wenngleich nicht soo viele Hunde unterwegs waren wie beim letzten Mal. An den Wochenenden kommen eben auch viele Einheimische hierher, die logischerweise unter der Woche wenig Zeit haben.

Trotzdem hatte Benita und hatten auch wir sehr viel Spaß und eine tolle Zeit. Als wir ankamen, war noch Ebbe, so nach und nach kam die Flut. Interessant, die Gezeiten zu beobachten.

Immer wieder schauten neue Hunde bei uns vorbei, ein paar davon haben es Benita ganz besonders angetan und man merkte ihr die Freude richtig an. Herrlich. Sie verteidigte ihr gebuddeltes Loch, sauste mit Jack Russel, Podenco & Co. um die Wette und ließ sich schließlich in den Sand fallen, um zwischendurch einfach nur das Treiben zu beobachten.

Nach rund vier Stunden Aufenthalt verabschiedeten wir uns schweren Herzens jedoch langsam wieder. Benita war fix und fertig. So viele Hunde und so viel Sauserei hatten sie müde gemacht. Wir spazierten noch ein wenig durch Sahlenburg, kauften noch ein paar Souvenirs ein und fuhren am späten Nachmittag wieder zurück ins Ferienhaus.

Während sich unser Hund ein wenig erholte, grillten Toni und ich ein letztes Mal. Der kleine Tischgrill, den wir uns vorher noch extra gekauft hatten, hat wirklich gute Dienste geleistet. Klein, aber fein. Hervorragend zu bedienen und guter Geschmack. Und für uns einfach besser als der alte und z. T. schon sehr verdreckte Haus-Grill, den hunderte Leute vor uns bereits in Gebrauch hatten. Ja, da bin ich etwas eigenwillig. 😉

Am späten Abend sah alles nach einem schönen Sonnenuntergang aus, so dass ich schließlich meine Kamera packte und zum Leuchtturm Obereversand marschierte. Toni und Benita blieben im Haus, beide waren zu k.o. vom heutigen Tag. Ich aber wollte mir diese Abendstimmung nicht entgegehen lassen. Zum Glück! Denn es war einfach fantastisch!

Ich spazierte auf den Leuchtturm hoch. Ganz nach oben konnte ich nicht, da der letzte Teil nur tagsüber mit Führung betreten werden kann. Aber auch von meinem Standpunkt aus hatte ich eine herrliche Sicht über das Watt.

Unglaublich! Es gibt Momente im Leben, die möchte man für immer festhalten und dazu zählte genau dieser eine Moment. Mutterseelenallein hier auf dem Leuchtturm, unten im Watt ein einsamer Muschelsucher, kilometerweite Sicht über die in Lila und Rosa gehüllte Landschaft und absolute Stille! Ich war hin und weg!

In den letzten Jahren habe ich schon viel Schönes auf unseren Reisen gesehen und erlebt, aber dieser Anblick gehört eindeutig zu den Top 5.

Als die Sonne immer tiefer stand, wurde der Himmel drum herum langsam orange und wie vorhin schon, konnte ich auch jetzt tolle Fotos schießen. Der Tag neigte sich seinem Ende zu, die Sonne verschwand schließlich am Horizont und hinterließ ein Gefühl voller Glück und Zufriedenheit. Was für ein schöner Abschluss unseres Aufenthalts hier.

Tag 9: Letzte Stunden in Dorum-Neufeld & Heimreise

Ein letztes Mal ausschlafen und gemütlich frühstücken, dann ging es langsam ans Koffer packen. Es ist schon was anderes, seinen Kleinkram aus mehr als nur einem Zimmer wieder zusammen zu suchen. Aber für Benitas Spielzeug haben wir ja vorsichtshalber gleich bei Ankunft ein Bestandsfoto gemacht … um ja nichts zu verlieren. 😉

Gebucht hatten wir das Haus eigentlich bis morgen. Allerdings wollten wir beide nicht nach Rückkehr ins Bett fallen und am nächsten Tag gleich wieder früh morgens zur Arbeit müssen, so dass wir entschieden, alles etwas ruhiger angehen zu lassen und eben schon ein paar Stunden früher zu fahren. So hatten wir den Sonntag noch gemütlich zu Hause. Morgen wären wir ohnehin schon früh morgens losgedüst.

Nachdem wir alles soweit zusammengepackt hatten, stand noch unser üblicher Spaziergang durch Dorm-Neufeld auf dem Programm, anschließend gab es in „De Koffiestuv“ noch leckere Waffeln mit Eis und Kirschen. Hier schloss sich sozusagen der Kreis, denn an unserem ersten Tag waren wir auch hier.

Noch ein wenig Formel 1 geschaut, machten wir uns schließlich gegen 15.15 Uhr auf den Weg nach Hause. Ein wenig traurig war ich schon (wie immer eben, letzte Urlaubstage sind immer doof); ich hatte mich die letzten Tage echt sehr an dieses Haus gewöhnt und die Nähe zum Meer war einfach klasse. Aber jeder Urlaub geht einmal zuende und vielleicht verschlägt es uns ja wieder einmal hierher. Ich für meinen Teil würde jederzeit wieder ins Feriendorf Cuxland fahren, denn es gab wirklich nichts zu bemängeln und wir verlebten hier einen tollen, abwechslungsreichen und vor allem auch sehr erholsamen Urlaub.

Die Rückfahrt teilten wir uns dieses Mal, Toni hatte verständlicherweise keine Lust, auch wieder alles komplett selbst zurück zu fahren. Aber dank der freien Straßen war es auch dieses Mal wieder sehr stressfrei und nach gerade mal sieben Stunden Fahrt plus kurzer Pause erreichten wir gegen 22.30 Uhr unser Zuhause.


Fazit zu dieser Reise:

Anfangs waren wir beide ja sehr gespannt, wie uns die mal etwas andere Urlaubsart gefallen würde. Unser letzter Ferienhausurlaub lag schon über ein Jahrzehnt zurück und grundsätzlich genießen wir den Luxus eines Hotels doch sehr. Aber Urlaub mit Hund ist definitiv angenehmer in einem – entweder – richtigen Hundehotel oder einem Ferienhaus, wo sich Hund und Herrchen frei bewegen können, ohne schief angeguckt zu werden. Und da wir im gewünschten Zielgebiet weit und breit kein Hundehotel fanden, entschieden wir uns eben für das Haus.

Wichtig war uns, dass sich das Ferienhaus in einem kleinen Feriendorf befindet. Eben, um ein wenig unter Gleichgesinnten zu sein und damit man auch einen Bäcker etc. in Reichweite hätte. Das war im Ferienpark Cuxland definitiv gegeben.

Das gesamte Feriendorf in Dorum-Neufeld ist sehr schön gestaltet. Es gibt Häuser verschiedener Klassen und Größen. Zwischen den regelmäßig vermieteten Ferienhäusern findet man auch immer wieder Häuser, in denen ausschließlich deren Besitzer urlauben. Das sieht man vor allem am liebevoll gestalteten Garten. Generell empfanden wir die Anlage als sehr gepflegt, es wurde regelmäßig Rasen gemäht und die Büsche geschnitten. Überall stehen Container, auch Dogstations sind vorhanden. Die Urlauber sind angehalten, ihren Müll zu trennen und ordnungsgemäß abzuladen, was jedoch selbstverständlich sein sollte.

Nur wenige Schritte von unserem Haus entfernt gab es einen „Nah & Frisch“-Supermarkt, in dem man die gängigsten Lebens- und Hausmittel findet und der auch regelmäßig aufgefüllt wird. Eine kleine Brötchen- und Süßwarenecke ist dort ebenfalls vorhanden. Zusätzlich gibt es einen Souvenirshop und einen weiteren Bäcker, der an ein Cáfe angrenzt. Rund herum befinden sich verschiedene Restaurants für jeden Geschmack und etwas weiter, direkt am Meer und dem kleinen Fischerhafen, gibt es die in meinem Bericht bereits mehrmals erwähnten „Buden“ mit frischem Fisch, Wurst, Crêpes sowie einer Bar. Für das leibliche Wohl ist hier also bestens gesorgt.

Zusätzlich zu den Ferienhäusern gibt es auch noch das Cuxland Hotel. Hier checkt man ein und bekommt den Schlüssel fürs Haus. Hier gibt es aber auch normale Hotelzimmer, sollte man dies bevorzugen, sowie Restaurant etc.

Alles in allem fühlten wir uns hier pudelwohl. Ein tolles Feriendorf, das während unseres Aufenthalts (außerhalb der Saison) natürlich nur dünn besiedelt war und vermutlich auch deshalb so angenehm. In den Ferienzeiten ist das Dorf sicher schnell ausgebucht und viele Familien mit Kindern hier. Auch für sie ist hier einiges geboten (ein riesiger Spielplatz z. B. oder auch Minigolf etc.), weshalb das Feriendorf auch für Familien bestens geeignet ist.

Das einzig Negative, das uns aufgefallen ist und das wir auch an die Hotelleitung weiter gegeben haben, war die Tatsache, dass eine Dame in ihrem Garten kiloweise Schneckenkorn verstreut hat. In den Töpfen sah man teilweise vor lauter Blau keine Erde mehr. Leider nicht nur IN ihrem Garten, sondern auch direkt am Wegesrand. Schneckenkorn ist hochgiftig und sowohl für Kind als auch für Hund lebensgefährlich. Das muss nun wirklich nicht sein. Ich hoffe, die Dame wurde darauf hingewiesen.

Doch sonst gab es tatsächlich nichts zu beanstanden. Unser Haus Nr. 29 in der Opi-Huck-Stroot ist sehr zu empfehlen. Sehr gepflegt, es gibt nichts, was es nicht gibt. Man merkt, dass dieses Haus von den Besitzern auch selbst genutzt wird, denn es gibt Backformen, Waffeleisen, Staubsauger, etc. Zwar befindet es sich einrichtungstechnisch nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber es ist gemütlich und einladend. Das Badezimmer ist relativ neu und sehr ansprechend gestaltet. Normalerweise bin ich bei Badezimmern sonst immer etwas penibel. Einzig die Dämmung des Hauses ist nicht die beste. In den Wintermonaten würde ich hier ehrlich gesagt nicht urlauben wollen. Man verbraucht dann sicher eine Menge an Heizkosten (werden zusätzlich abgerechnet), denn selbst bei uns im Mai wurde es abends doch schnell mal frisch und das Haus war dann völlig ausgekühlt. Aber das ist nunmal die Bauweise eines Ferienhauses. Der Garten zu diesem Haus hat auch eine angenehme Größe, eine nette Terrasse und dank des etwas zurück versetzten Hauses sitzt man nicht auf dem Präsentierteller zur Straße.

Wie ich inzwischen erfahren habe, gibt es aber auch durchaus andere Häuser hier, die nicht sonderlich gepflegt sind oder auch wenig Ausstattung besitzen. Es ist also alles in allem auch ein kleines Roulettespiel.

Und eines ist sicher: Es war bestimmt nicht unser letzter Aufenthalt hier!

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