Adria (Bibione) & Gardasee (Lazise)

Unser erstes Camping-Abenteuer


Vorgeschichte

Erst kaufen – dann mieten. Erst nachdem wir uns zum Kauf eines Wohnmobils entschieden und den Vertrag unterzeichnet hatten, beschlossen wir, vor dessen Auslieferung (die auf kurz vor Weihnachten 2021 datiert war) doch noch eine Woche lang das gleiche Modell zu leihen. So hatten wir als absolute Neulinge noch in diesem Jahr die Gelegenheit, das Camping-Leben zu ertasten und uns mit dem Auto auseinanderzusetzen. Aufgrund des Kaufs mussten wir dann auch nur 50 % des Mietpreises bezahlen, was uns natürlich sehr entgegen kam. Denn günstig ist eine Anmietung wahrlich nicht.

Von der Reservierung bis zur Abholung lagen schließlich vier lange Monate der Planung und Vorbereitung vor uns. Wir saugten jede einzelne Sendung auf, die wir im TV finden konnten, kauften Bücher und Zeitschriften, meldeten uns in div. Facebook-Gruppen an und lernten so Stück für Stück, wie Camping eigentlich funktioniert. Schnell stand für uns fest: Es ist eine ganz eigene Welt. Mit vielen Tücken und Tricks. Wir waren wirklich froh, uns so intensiv damit auseinander gesetzt und doch einige Monate dazu Zeit gehabt zu haben. Denn somit verlief unser erstes Campingabenteuer ziemlich ruhig und entspannt.


Tag 1: Abholung des Miet-Wohnmobils in München

Den Vormittag über noch gearbeitet, starteten wir gegen 13.30 Uhr los nach München. Trotz meiner vierzig Jahre war ich schon seit gestern Abend aufgeregt wie ein kleines Kind. Die Stunden am Morgen konnten gar nicht schnell genug vergehen. Um kurz vor 15 Uhr fuhren wir endlich auf den Hof von Road Fans. Und da stand er auch schon: Unser gebuchter V66 Adventure Edition von Sunlight.

Der gesamte Reservierungs-, Abholungs- und später auch Rückgabeprozess wird bei Road Fans ausschließlich digital gesteuert. Alle wichtigen Daten und Ausweise bereits im Vorfeld über den Log-In übermittelt, führte uns schließlich eine App durch die kontaktlose Übernahme. Schritt für Schritt sollten wir das Wohnmobil außen wie innen auf Schäden überprüfen. Kratzer oder Beschädigungen werden sofort per App festgehalten und Bilder übermittelt. Eine gute Idee. So gibt es auf beiden Seiten keine bösen Überraschungen.

Knapp eine dreiviertel Stunde dauerte die Übernahme und Überprüfung des Autos, als wir gegen 16 Uhr endlich los starteten. Die ersten Meter waren noch ungewohnt. Niemand von uns ist bisher so ein Ding gefahren. Aber nach und nach gewöhnte man sich daran und eine knappe Stunde später trudelten wir zu Hause ein.

„So – jetzt räumen wir schnell alles ein und dann lassen wir den Tag ruhig ausklingen.“ Soweit der Plan. Die Realität sah anders aus.

Da wir für unser eigenes Wohnmobil in den letzten Monaten bereits alles an Zubehör gekauft hatten, was benötigt wird, verzichteten wir auf die weitere (sehr kostenintensive) Anmietung von Leih-Geschirr etc. und verstauten den eigenen Kram. Alle vorbereiteten Kisten vors Auto gestellt, war ich mir sicher, niemals und unter gar keinen Umständen alles unterbringen zu können. Aber egal. Wir werden sehen.

Also räumte ich und räumte und räumte … die erste Stunde verging, die zweite Stunde verging; viel hatte sich ja noch nicht getan. Außer, dass sich meine Laune langsam verabschiedete und ich begann, das alles zu verfluchen. Wer hatte gleich nochmal die Idee mit dem Urlaub …?

Erst 4 ½ Stunden später – und somit um kurz nach 21 Uhr – war der Großteil verstaut – und ich so k.o. wie schon lange nicht mehr. Wir hatten es ganz schön unterschätzt. Respekt an alle, die so ein Mitfahrzeug abholen und taggleich in den Urlaub starten – das wäre nichts für mich.

Noch vor der ganzen Einräumaktion hatten wir natürlich unsere Hunde mit dem Gefährt vertraut gemacht. Benitas Reaktion war wie erwartet: Juhuuu – ein neues Häuschen – wann geht es los? Aber auch Mia sprang ohne große Angst hinein. Das sah schon mal sehr vielversprechend aus. Denn bei ihr hatten wir einige Bedenken; macht sie bei Autos sonst immer einen großen Bogen drum herum.

Jetzt aber ab ins Bett. Morgen wollten wir früh starten. Und bis dahin wollte ich ausgeschlafen sein.


Tag 2: Es geht los nach Italien: Adria (Bibione)

Um kurz vor 6 Uhr klingelte der Wecker. Noch schnell das Haus auf Vordermann gebracht, verstaute ich den letzten Rest im Wohnmobil. Meine Befürchtung, dass der Platz niemals ausreichen würde, bestätigte sich zum Glück nicht. Tatsächlich hatten wir noch so viel freien Stauraum, dass ich dann doch noch das ein oder andere mehr mit einpackte. Frauen eben – lieber zu viel als zu wenig mit dabei.

Kurz nach 8 Uhr ging es dann endlich los. Benita nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Ich ging mit Mia auf die Bank dahinter. Weil Mia grundsätzlich ungern Auto fährt, wollte ich sie ein wenig im Auge behalten. Doch ich hatte mir – zum Glück – umsonst Sorgen gemacht. Die Kleine mummelte sich in ihrem Bettchen ein und meisterte die gesamte Fahrt einfach fabelhaft. Kein Zittern – kein Jammern – kein übertriebenes Hecheln. Wir waren ganz erstaunt und einfach nur glücklich. Benita stand die Freude ohnehin von Beginn an ins Gesicht geschrieben. Sie genoss ihre Anstellung als Co-Pilotin und brachte die ein oder anderen Autofahrer zum Lachen.

Und während wir so vor uns hin cruisten, konnte ich am Tisch hinten etwas arbeiten, lesen und es mir gutgehen lassen. Der Kühlschrank war auch gleich neben mir; für die Bordverpflegung war also auch gesorgt.

Gegen die Mittagszeit eine kurze Snack-Pause an einer Raststätte in Österreich eingelegt, hatten wir nun noch rund zwei Stunden Fahrt vor uns. Bevor wir unser Ziel erreichten, machte Toni in einem italienischen Supermarkt noch einen Großeinkauf für die nächsten Tage. Punkt 15 Uhr checkten wir schließlich an unserem ersten gebuchten Campingplatz „Villaggio Turistico Internazionale“ in Bibione ein.

Obwohl wir für die Zukunft eher kleinere Plätze planen oder auch mal ganz autark campen möchten, buchten wir für den Anfang – und auch, um alles etwas zu lernen – einen Platz mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten. So würde uns der Start sicher einfacher fallen.

Der 5-Sterne-Platz Villaggio Turistico Internazionale liegt inmitten von Bibione und verfügt sowohl über zahlreiche Wohnmobil-Stellplätze als auch über Mobilehomes diverser Größen und Klassen sowie ein Hotel. Es gibt eine Show-Arena, einen Hunde-Agility-Platz sowie Hundestrand-Abteile und -Liegewiesen. Für die Kinder bietet sich ein großer Wasserpark mit Rutschen an und auch Restaurants, Bars sowie einen riesigen Supermarkt gibt es.

Angemeldet und die Stellplatznummer in Empfang genommen, wurden wir von einem Mitarbeiter der Anlage direkt zum Platz geführt. Dank der Größe von 80 qm war das Einparken in wenigen Sekunden erledigt. Von der Anmeldung an der Rezeption über Aufbauen der Möbel bis zum ersten Kaffee dauerte es keine Stunde. Perfekt!

Hatten wir bei der Buchung des Platzes noch überlegt, ob die Größe auch wirklich ausreichend sein würde, stellten wir schnell fest: Oh ja! Die Hälfte davon nutzten wir gar nicht – es war einfach riesig. Aber so hatten wir ausreichend Abstand zu den Nachbarn und fühlten uns einfach freier. Eine gute Wahl!

Schnell lernten wir auch unsere unmittelbaren Nachbarn kennen, die lustigerweise aus dem gleichen Landkreis kamen wie wir. Das Eis war schnell gebrochen und wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Obwohl wir gerne für uns sind, sagen wir auch zu einem netten Plausch zwischendurch nicht Nein – einfach eine gesunde Mischung aus Ruhe und Kommunikation.

Und da waren wir nun: Auf unserem ersten Camping-Stellplatz. So lange drüber nachgedacht und gesprochen, waren wir jetzt mittendrin im Geschehen. Und auf der Suche nach der „großen Freiheit“. Denn wenn wir eines gelernt haben mit den vielen Sendungen im TV, dann, dass Camping im großen und ganzen wohl nur Eines bedeutet: Die große Freiheit. Na, da sind wir ja mal gespannt.

Erst einmal eine kleine Runde Gassi gegangen, machte sich langsam der Hunger bemerkbar und wir kochten die obligate Pasta zum Einstand unseres Italien-Urlaubs. Während Toni und die Hunde am Platz blieben, schnappte ich mir meine Kamera und spazierte noch einmal durch die Anlage. Aufgrund der Größe verlief ich mich erst einmal und fand erst nach einiger Zeit den Weg nach draußen zum Strand. Ohje – das ist aber auch alles ganz schön verschachtelt.

Die Größe des Strandes faszinierte mich. Natürlich hatte ich schon viele Bilder von den mit Menschenmassen gefluteten Stränden an der Adria gesehen. Aber so groß hatte ich es mir nicht vorgestellt. Liegen waren einige vorhanden – die Leute hielten sich aber in Grenzen und so genoss ich einen herrlichen Sonnenuntergang am Meer.

Wieder zurück, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und freuten uns über den wirklich entspannten ersten Tag sowohl für uns als auch für die Hunde. Denn die fühlten sich auf Anhieb wohl hier. Dass die Anreise mit allem Drum und Dran so easy werden würde; das hätten wir nie gedacht.


Tag 3: Wanderung zum Leuchtturm von Bibione

Ausgezeichnet geschlafen, starteten wir mit einem kleinen, aber sehr leckeren Frühstück in den Tag. Croissants und Brötchen waren im Supermarkt schnell geholt; hier gibt es aber auch wirklich alles, was man sich nur wünschen kann. Selbst frisches Obst und Gemüse in Hülle und Fülle. Hungern muss man nicht.

Gelernt haben wir aber auch schnell, dass die Zubereitung von Speisen – ob groß oder klein – in einer Campingküche doch mehr Zeit in Anspruch nimmt als zu Hause. Der Platz ist einfach eingeschränkt. Wer schon immer gut in Tetris war, hat hier eindeutig einen Vorteil. Wir mussten uns erst einmal daran gewöhnen, spielten uns aber dann doch ziemlich schnell ein. Jeder hat seine Aufgaben und seinen Platz; somit funktionierte es im Laufe der Zeit immer besser.

Gut gestärkt, machten wir uns mit den Hunden schließlich auf einen ersten Spaziergang in den Ort. Mit Mia wieder eine Art Therapie – Orte mit Lokalen und Geschäften sind ihr nicht geheuer; wir waren also gespannt, wie weit wir kommen würden. Doch sie meisterte es auch heute wieder sehr gut und war mutiger als gedacht.

Eine gute Stunde unterwegs gewesen, machte Toni es sich mit dem Hunden am Platz bequem, während ich zu einer rund 12 km langen Wanderung aufbrach. Einmal durch die Anlage hindurch und immer entlang der Strandpromenade Pista ciclabile lungomare streifte ich ein Hotel nach dem anderen. Schön sind sie ja nicht und ehrlich gesagt würde ich in keinem davon übernachten wollen. Aber diese Hotels gehören eben hierher und machen Bibione zu dem, was es schon seit Jahrzehnten ist – eben ein reiner Badeort. Da die Ferien jedoch schon zu Ende waren, entspannte sich auch der Zulauf und so gab es auch hier mehr freie als besetzte Liegen.

Nach etwa einer halben Stunde verließ ich den Hotelbereich und erreichte den offiziellen Hundestrand. Hier ging ja mal wieder mein Herz auf. Ein riesiges Areal mit Liegen für Mensch und Hund. Eingezäunt, damit niemand abhanden kommt. Es war schön, das unkomplizierte Zusammenleben der Vierbeiner hier zu sehen.

Von hier an wurde der Weg kleiner und sandiger, stellenweise führte er direkt über den Strand. Also genau das, was mir so gefällt. Wieder zurück über die Via del Mare bog ich rechts ab auf die Via Capodistria. Ein etwas erhöhter Weg, mit Blick auf Natur pur. Links Pinienwälder, rechts Naturschutzgebiet. Im Wald gab es immer wieder kleine Kunstwerke zu bestaunen, ein mit Holz ausgelegter Weg bog schließlich in einen noch engeren Weg ein.

Immer wieder stehen geblieben und Fotos gemacht, erreichte ich nach fast genau einer Stunde den Leuchtturm von Bibione. Die Veranstaltung des Halbmarathons im Innenhof des Leuchtturms störte mich nicht, den nur wenige Schritte weiter bekam man davon nichts mehr mit; stattdessen eröffnete sich mir ein wundervoller Blick auf das Meer und die kleine Landzunge. Schuhe aus und ab ins Wasser. Tat das gut! Ich watete ein bisschen durchs Meer und ärgerte mich, nicht an Badekleidung gedacht zu haben. Das wäre die perfekte Location gewesen. Neben mir waren gerade mal eine Handvoll Leute unterwegs. Herrlich!

Ich ließ den Augenblick auf mich wirken und freute mich einfach, hier zu sein. Das Leben hält so viele schöne Momente für einen bereit. Stehen nur drei Kilometer entfernt eine Bettenburg neben der anderen, war hier Natur pur und absolute Ruhe zu finden. Einfach traumhaft!

Hier hielt ich mich eine ganze Weile auf und wollte eigentlich auch gar nicht mehr weg. Aber es half alles nichts und so machte ich mich langsam wieder auf den Weg. Bei brütend heißen Temperaturen nahm ich den selben Weg zurück, bog dann aber nicht wieder ab zum Hundestrand, sondern lief die Via Capodistria direkt in den Ort hinein. Vorbei an einer Kirche, spazierte ich kreuz und quer durch den Ort und schließlich wieder über die Hauptverkehrsstraße Viale Aurora. Hier und dort in einen Laden gelugt, erreichte ich um kurz nach 16 Uhr wieder den Platz. Ein schöner kleiner Ausflug.

Etwas auf der Liege entspannt, ging es zwei Stunden später dann aber auch schon wieder zum Abendspaziergang mit den Hunden. Wir liefen die Strandpromenade entlang, die sich langsam lichtete. An einem kleinen Strandabschnitt durfte Benita dann auch endlich mal etwas Buddeln. Sie liebt es, im Sand herum zu flitzen und ihr war die Freude darüber richtig anzusehen. Die vorbei laufenden Leute lachten über ihr Spiel mit dem Sand. Und mein Herz ging natürlich wieder auf.

Wieder zurück in der Anlage, machten wir uns auf die Suche nach dem Hunde-Areal, das es hier geben sollte, wir bisher aber nicht finden konnten. Tatsächlich musste ich mich auch erst einmal bei mehreren Leuten durchfragen. Schließlich entdeckten wir den Hunde-Strand mit eigenen Boxen und Schirmen. Auch hier durfte Benita noch einmal ohne Leine flitzen und buddeln. Mia stand nur staunend daneben. Alles in allem ist es eine nette Idee mit den eigenen Hundeboxen. Genutzt wurden sie allerdings nur mäßig.

Zum Abendessen gab es dann ein kleines Highlight: Gegrillter frischer Tintenfisch und frische Gambas. Fantastisch!

Den restlichen Abend ließen wir wieder ganz gemütlich bei guter Musik ausklingen. Im Villaggio gibt es jeden Tag ab 21.00 Uhr eine kleine Musik-Show – immer gut und immer genau das Richtige für uns. Und ich freute mich wie ein kleines Kind über meine Lichtergirlande. Die hatten wir heute Morgen noch zusammengebastelt und sorgte nun für ein wundervolles Camping-Ambiente.


Tag 4: Wanderung zur Lagune von Bibione

Nach einem wiederum sehr gemütlichen Frühstück machten wir uns gegen 10 Uhr auf den ersten Spaziergang mit den Hunden. Und wieder ging es ein Stück die Fußgängerzone entlang; diese Mal kamen wir mit Mia schon ein Stück weiter. Zurück liefen wir entlang der Strandpromenade.

Gegen die Mittagszeit ließ ich die Drei dann auch schon wieder allein und startete meine heutige rund 11 km lange Wanderung zur Lagune. Einmal aus der Anlage hinaus und statt links nach rechts abgebogen. Immer entlang der Strandpromenade. Unter brütend heißer Sonne. In den letzten Tagen hatte ich so viel Farbe abbekommen wie sonst in einem halben Jahr zu Hause nicht.

Entlang des Lido del Sole und an diversen kleinen Bars vorbei, wurde es nach einer halben Stunde immer ruhiger. Die Strände waren ohnehin kaum besetzt und auch Leute traf ich kaum mehr. Etwa 45 Minuten später erreichte ich den Campingplatz Capalonga. Durch diesen musste ich jetzt hindurch, um an die Lagune zu gelangen. Das Schild, dass nur gebuchte Gäste die Anlage betreten dürfen, ignorierte ich ganz einfach mal. Hey, wir sind in Italien … so genau wird das hier sicher nicht genommen. Und ich bin ja auch brav.

Der Campingplatz selbst hat mich auf Anhieb begeistert. Hier gibt es Stellplätze direkt an der Lagune. Was für ein schöner Ausblick. Generell ist die Anlage sehr ruhig und schön gestaltet. Es gibt auch eigene Family-Mobilehomes oder auch Glamping-Zelte etc. Eine spätere Recherche ergab allerdings, dass Hunde hier eher weniger gern gesehen sind. Schade. Der Platz hätte mir gefallen.

Doch jetzt war ich ja alleine unterwegs und so spazierte ich an den Mobilehomes und Bootsanlegern vorbei und erreichte einige Zeit später die Landzunge an der Lagune. Was für ein wunderschönes Fleckchen! Gestern schon war ich absolut begeistert von meinem Ausflug – die Aussicht heute war aber mindestens genauso traumhaft. Hier befindet sich ein kleines Naturschutzgebiet, Baden ist hier strengstens verboten, weshalb die Leute hier auch alle nur durch das Wasser wateten. Ich tat es ihnen gleich. Schuhe aus und ab. Wundervoll!

Zig Fotos geschossen (teilweise sah es hier aus wie an der Nordsee), setzte ich mich auf einen kleinen Steg und genoss die wunderbare Ruhe um mich herum. Ein Ort zum Kraft tanken. Definitiv.

Einige Zeit hier aufgehalten, machte ich mich langsam wieder auf den Rückweg. Durch den Strand und auf angelegten Wegen in Richtung Campingplatz. Hier noch ein wenig hindurch spaziert, ging es die Strandpromenade wieder zurück zu unserem Platz, wo ich schon sehnsüchtig erwartet wurde.

Weil auch zwischendurch immer mal wieder das Büro ruft, setzte ich mich eine Weile an den PC, beantwortete meine Mails und genoss leckeren Kaffee. Der mir von den Hunden dann doch glatt komplett über das Bein geschüttet wurde; die Nachbarin kam zu Besuch, die Hunde erschraken und warfen den gesamten Tisch samt allem, was darauf stand, um. Aua!

Am frühen Abend starteten wir in die nächste Gassirunde. Dieses Mal in umgekehrter Reihenfolge. Start an der Promenade und Ende im Ort. Vorbei an zahlreichen Hotels kehrten wir nach einer Stunde wieder zurück und brutzelten uns leckere Steaks am Grill. Wie immer eine Punktlandung.


Tag 5: Markttag in Bibione & Erholung

Guten Morgen, Bibione! Auf in den letzten Tag an der Adria! Benita und Mia weckten uns pünktlich 8.15 Uhr. Zu Hause wie im Urlaub das gleiche Spiel.

Das Frühstück fiel heute etwas kürzer aus und auch den langen Gassi-Gang am Morgen verschoben wir auf später, denn in Bibione war Markttag. Und das nur von 9 bis 13 Uhr. Und da wollte ich heute hin. Zum Glück hatten uns unsere Nachbarn darauf hingewiesen, denn ich selbst hatte bisher nichts davon gelesen. Ein guter Tipp!

Toni blieb wie immer mit den Hunden am Platz. Zum einen ist er ohnehin kein großer Fan von Märkten. Zum anderen wollen wir die Hunde nicht den Menschenmassen aussetzen; und die gab es hier natürlich. Obwohl angeblich deutlich weniger los war als noch vor einer Woche, reichte mir der Ansturm schon. Knapp eine Stunde bummelte ich alle Stände ab und schlug natürlich hier und dort etwas zu.

Auf dem Rückweg noch ein wenig durch den Ort gebummelt, war ich gegen 12 Uhr auch schon wieder zurück. Die Hunde gepackt und los ging es auf den großen Gassi-Gang, auf den die Beiden schon sehnlichst warteten. Heute besuchten wir den anderen Teil der Anlage mit vielen verschiedenen Mobilehomes und Wohnungen sowie einem kleinen Park. Toll angelegt und auch wieder unglaublich ruhig hier. Trotz der Größe ist den Italienern hier ein wirklich schönes Areal gelungen. Mit allerlei Annehmlichkeiten und trotzdem ausreichend Ruhe und Privatsphäre.

Zum Mittagessen eine Piadina, anschließend noch echtes italienisches Eis im Café. Wieder ein Test mit Mia, die auch diese Aufgabe wieder fabelhaft meisterte. Restaurantbesuche waren bis vor kurzem eine kleine Katastrophe. Heute allerdings schaffte sie auch das mit Links.

Den Nachmittag nutzte ich schließlich endlich mal zum Reisebericht schreiben. Man mag es kaum glauben; aber bisher hatte ich weder zum Lesen noch zum Schreiben auch nur eine Minute Zeit gefunden. Noch zu Hause hatte ich überlegt, was ich alles zur Beschäftigung mitnehmen würde. Das alles blieb bisher vollkommen unberührt in der Ecke.

Weil ich nochmals den Sonnenuntergang beobachten wollte, legten wir das Abendgassi genau in diese Zeit und liefen die Promenade nochmals hoch und runter. Mia zog wieder alle Blicke auf sich und hörte zum wiederholten Male, wie hübsch sie sei. Ja, da geht das Hundemama-Herz wieder auf! Heute Nachmittag allerdings wurde sie auch schon als Känguru erkannt. Tja, der kleine Junge war davon felsenfest überzeugt. Die Ähnlichkeit ist aber auch verblüffend … 😉

Die Abendstimmung am Strand war wieder herrlich. Die untergehende Sonne spiegelte sich im Meer, rund herum wahre Kunstwerke aus Sand. Schildkröten, Krokodile und natürlich die klassischen Sandburgen. Toll anzusehen.

Am Abend wurde wieder gemütlich gegrillt und dann stand auch schon das Fußballspiel des FC Bayern gegen den FC Barcelona an, das wir uns am Tablet ansahen. Ein etwas anderer Tagesausklang.

Eigentlich hatte ich ja geplant, zumindest einmal eine der zahlreichen Musical-Shows im Theater anzusehen. Hier wurde jeden Abend ein anderes Musical im Querschnitt aufgeführt. Doch irgendwie war ich dann doch zu faul und abgesehen davon bekam man die Musik hier am Platz ohnehin mit. Das reichte mir.


Tag 6: Weiterfahrt an den Gardasee: Lazise

Und schon waren die ersten Tage wieder um. Komischerweise verging die Zeit am Campingplatz deutlich schneller (für mich) als in den bisherigen Urlauben mit Ferienhaus oder Mobilehome. Dort gab es deutlich mehr Zeit fürs Faulenzen. Und ich hatte noch Bedenken, mir könnte es u. U. zu langweilig werden … weit gefehlt!

Und so hieß es Abschied nehmen von Bibione. Nach einem kurzen Frühstück räumten wir unsere Siebensachen zusammen. Ohne uns vorher abgesprochen zu haben, fand jeder seine Aufgaben und so waren wir innerhalb kürzester Zeit auch schon fertig. Man muss eben an alles denken; die Kaffeemaschine abbauen, das Geschirr sichern, aber auch alle anderen herumfliegenden Utensilien gut verstauen. Das nimmt doch nochmal gut Zeit in Anspruch, geht aber im Laufe der Zeit immer flotter von der Hand.

Alles verpackt, machten wir uns mit den Hunden nochmals auf einen letzten Gassi-Gang zum Strand. Hier war auch schon Aufbruchstimmung. An der Adria ist am 15.09. Saison-Ende. Und pünktlich dazu wurden bereits die Liegen etc. entfernt. Jetzt wird es ruhig hier …

Zurück am Platz, wurden wir schon von unseren Nachbarn erwartet, die extra für den Abschied auf uns gewartet haben. Mit ihnen hatten wir immer wieder nette Gespräche und bekamen auch noch den ein oder anderen guten Tipp. Noch schnell die Nummern getauscht, ging es 10.15 Uhr dann aber auch los; um 10 Uhr mussten wir eigentlich den Platz verlassen. Aber so eng wird das hier in Italien ja auch wieder nicht gesehen.

Gute dreieinhalb Stunden waren wir schließlich über Venedig und Verona unterwegs, bis wir unseren zweiten Campingplatz La Quercia in Lazise am Gardasee erreichten. Wir hatten uns Zeit gelassen, denn bei mehr als 120 km/h merkt man dann doch das ein oder andere Klappergeräusch im Mobil.

Gegen 14 Uhr am Platz eingetrudelt, meldete ich uns erst einmal an. Geduld musste man mitbringen, auf diesem Platz dauert alles etwas länger, was wir auch im Verlauf der nächsten Tage feststellen sollten. Dazu bin ich einfach immer noch viel zu ungeduldig. Die Ruhe und Gelassenheit muss ich erst noch lernen.

Toni lachte schon, als ich mit einer riesigen Tüte zurück kam. Er hatte wohl die Befürchtung, ich war noch einen Schlenker beim Shoppen. Stattdessen bekommt man hier auf dem Platz neben einer großen Broschüre noch mehrere Falt-Kartons für die Mülltrennung, weitere Bio-Mülltüten für Essensreste und allerlei Informationen. Während in Bibione jeglicher Müll (egal, ob Glas, Plastik, Essensreste oder was auch immer) zusammengewürfelt und auch mehrmals täglich direkt am Platz abgeholt wurde, legte man hier tatsächlich Wert auf die richtige Trennung. Interessant, wie unterschiedlich das in einem Land gehandhabt wird.

Heute hatten wir keinen Einweiser, unseren Stellplatz aber dennoch prompt gefunden. Obwohl er von den Quadratmetern her deutlich größer sein sollte als der in Bibione, erschien er uns optisch um einiges kleiner. Auf den ersten Blick waren wir wohl beide überrascht, denn irgendwie hatten wir ihn uns anders vorgestellt. Dennoch gefiel er uns, schließlich hatten wir von hier sogar Seeblick und waren auch nur in wenigen Metern direkt am See, am Supermarkt und dennoch absolut ruhig gelegen.

Das Auto möglichst gerade gestellt (leider waren beide Plätze so dermaßen schief, dass selbst unsere Keile es nicht gänzlich ausgleichen konnten) und wieder alles aufgebaut, wären wir nach einer guten halben Stunde fertig gewesen, wenn … ja wenn nicht das Lichterketten-Monster zugeschlagen hätte. Vor vier Stunden meine Lichtergirlande einfach nur in die Garage gelegt und keinen Millimeter gerührt, war sie komplett verheddert. Letztlich saß ich rund 40 Minuten daran, um sie wieder zu entwirren. Aber was sollte man auch sonst machen …

Nach einer kleinen Erfrischungspause schnappten wir uns die Hunde und inspizierten die Anlage von La Quercia. Von außen und auf den ersten Blick sah der Platz ziemlich klein aus, tatsächlich aber erstreckt er sich über eine gewaltige Fläche von 20 Hektar und besitzt einen eigenen Sandstrand von 6.500 qm. Neben insgesamt 850 Stellplätzen gibt es noch zahlreiche Mobilehomes und – seit 2020 ganz neu – auch zweistöckige, feste, Zeltunterkünfte. Drei Schwimmbecken sind über die Anlage verteilt, zwei Restaurants und diverse Shops sowie ein Supermarkt. Auch Animation für Kinder sowie Abendshows gab es. Hier fehlt es einem an nichts. Und das Beste: In gerade mal 10 bis 15 Gehminuten steht man mitten in Lazise und hat hier nochmals eine große Auswahl an Geschäften, Bars und Restaurants. Eine wirklich tolle Lage.

Voll ausgelastet war der Platz um diese Zeit ohnehin nicht mehr, es gab viele freie Flächen. Während unseres Spaziergangs entdeckten wir auch viele wirklich große LKW- und Buswohnmobile. La Quercia ist einer der wenigen Plätze am Gardasee, auf dem diese großen Gefährte auch genügend Platz finden.

Nach diesem sehr schönen Rundgang, auf dem wir allerdings noch längst nicht alles gesehen hatten, machten wir es uns wieder zu Hause bequem, später wurde gegrillt und um kurz nach 20 Uhr noch einmal zum Strand spaziert. Bis 20 Uhr ist dort Hundeverbot, was jedoch niemanden interessiert hat. Wir hielten uns daran und liefen jetzt am Strand Richtung Lazise, bis es dunkel wurde, und kehrten wieder zurück, um den Tag gemütlich bei einem leckeren Aperol ausklingen zu lassen.


Tag 7: Spaziergang entlang des Gardasees

Heute schliefen wir alle mal etwas länger. Zum einen waren die Hunde inzwischen schon ganz schön k.o., zum anderen gab es heute Morgen den ersten Regenschauer unserer Reise. Nach so viel Sonne waren wir das gar nicht mehr gewöhnt. Aber immerhin war es immer noch warm und kühlte nicht so schnell ab wie in Deutschland.

Schnell ein paar Semmeln und Croissants geholt, gab es heute ausnahmsweise mal das Frühstück im Innenbereich. Kurz danach wurde es auch schon wieder trocken und so unternahmen wir unser Morgengassi über einen weiteren Teil des Platzes, den wir gestern noch nicht besucht hatten.

Gegen die Mittagszeit brühte Toni Kaffee und holte leckeres Tiramisu vom Bäcker und so stärkte ich mich noch ein wenig, bevor ich mich auf einen rund zweistündigen Spaziergang entlang des Gardasees machte. Ich schnappte mir die Kamera und los ging es in Richtung Pacengo.

Die Stimmung am See war herrlich. Aufgrund des bewölkten Wetters hatten sich die meisten Leute auf Ausflüge gemacht und so war es am Strand überall ziemlich leer. Lediglich Hundebesitzer waren anzutreffen und natürlich auch der ein oder andere Radfahrer. Immer wieder blieb ich stehen, machte Fotos von Muscheln, Schwänen und der Landschaft. Ich erreichte eine Werft, begutachtete die tollen Boote, die hier standen und lief anschließend noch weiter nach Pacengo.

Hier hätte man ewig weiterlaufen können, aber ich wollte auch wieder zurück nach Hause, schließlich wollten die Hunde auch noch was von mir. Und so erreichte ich gegen 15 Uhr wieder den Platz, es gab ein kleines Mittagessen und im Anschluss einen Kaffee in einem der beiden Lokale.

Wieder machten wir uns im Anschluss auf weitere Erkundung des Platzes, denn den hinteren Teil mit Fußball- und Tennisplatz hatten wir immer noch nicht gesehen.

Nach einer kleinen Pause bereiteten wir wieder alles für den heutigen Grillabend vor. Zu späterer Stunde ging es mit Benita und Mia natürlich wieder an den Strand. Benita drehte wieder völlig am Rad und flitzte und sprang durch den Sand, so dass auch die umstehenden Leute auf sie aufmerksam wurden und lachten. Ja, Benita versteht es, Blicke auf sich zu ziehen.

Zum Abschluss des Tages genoss ich einen leckeren Limoncello des Hauses, den ich mir im hiesigen Mercado gekauft hatte. Auch das muss einfach mal sein …


Tag 8: Besuch von Lazise

Was für eine Nacht! Noch am späten Abend hatten wir wohlweislich die Markise eingefahren und die Sitzgarnitur verräumt; gegen Mitternacht erreichten uns heftige Regenschauer und die letzten Ausläufer des Gewitters, das schon seit Stunden über dem Gardasee seine Runden drehte, Lazise jedoch für den Schluss aufbewahrte.

An Schlaf war nicht zu denken, der Regen prasselte auf das Autodach und verursachte eine Menge Lärm. Wohl war weder mir noch den Hunden, aber irgendwann übermannte uns dann doch die Müdigkeit und am nächsten Morgen war der Spuk auch schon wieder vorbei.

Nach dem Frühstück wieder alles hervorgeholt und aufgestellt, drehten wir unsere gewohnte Morgenrunde über den Platz.

Während Toni es sich am Camper bequem machte und noch einiges zu erledigen hatte, startete ich gegen die Mittagszeit meinen Ausflug nach Lazise. Der Ort ist vom Campingplatz La Qercia keine 15 Gehminuten entfernt und somit natürlich ein absolutes Muss. Besonders schön: Man kann direkt am Strand entlang spazieren und umgeht somit den von Radfahrern völlig überfüllten Hauptweg.

Am See war bereits reges Treiben. Das schöne Wetter zog wieder einige aufs Boot und manche lernten gerade das Kitesurfen. Auch die ersten Badegäste waren bereits im Wasser.

Lazise ist einer der beliebtesten Orte am Gardasee und gehört zur Provinz Verona. Bereits in der Bronzezeit lebten Fischer und Bauern hier, in der Römerzeit war Lazise eine typische Siedlung der Antike. 1405 gelangte Lazise unter venezianische Herrschaft, 1815 wurde es österreichisch und ca. fünfzig Jahre später wieder dem italienischen Königreich zugeordnet.

Direkt am Wasser und sozusagen auch am südlichen Ortseingang befindet sich die sechstürmige Scaligerburg aus dem 9. Jahrhundert mit der Parkanlage der Villa Bernini. Einen Blick durch das Tor erhascht, lief ich die Via Rosenheim entlang. Hier befindet sich auch das Stadtwappen von Rosenheim, Partnerstadt von Lazise.

Einmal über die hohe Ecke hinweggeblickt und die Burg in seiner ganzen Größe bestaunt, durchquerte ich das Porta del Lion, an dessen rechter Seite sich auch die mittelalterliche Stadtmauer anschließt.

Die erste Abzweigung nach links über die Via Castello genommen, erreichte ich die Via Barbieri, von wo aus man einen fantastischen Ausblick auf den See hat. Abseits des Stadttrubels ein schönes kleines Fleckchen der Ruhe.

Wieder zurück und weiter über die Piazetta Partenio ging es mit diversen Schlenkern zum Monumento Commemorativo al Caduti, einem Denkmal für die Gefallenen von Lazise aus dem Ersten Weltkrieg. Gleich dahinter öffnet sich der kleine Bootshafen, schöne eingebettet zwischen den Häuserfronten der Stadt.

Auch in den Seitengassen entdeckte ich wunderschöne Häuserfronten, ein Fotomotiv jagte das nächste. Damit hatte ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet.

Ich lief am Hafen entlang, vorbei an der Pieve Romanica di San Nicolo aus dem 12. Jahrhundert und genoss den wundervollen Blick zurück auf den Obelisken und darüber hinaus auf den See. Eine absolute Bilderbuchstadt.

Jetzt, um kurz vor 12, war bereits eine Menge los in der Stadt. In den zahlreichen Cafés und Bars rund um den Platz und entlang des Sees war alles bis auf den letzten Platz belegt. Und selbst in den Nebenstraßen füllte es sich zusehends. Mit so einem Ansturm hatte ich heute gar nicht gerechnet.

Weiter über die Via Fontana erreichte ich die große Uferpromenade und spazierte entlang der Lungolago Maconi, vorbei am Hafen für Charter-Boote. Langsam wurde es weniger mit den Leuten, einige Meter weiter entlang der Lungolago da Lzise a Cisano war kaum mehr etwas los. Dabei war diese Straße mit den mächtigen Bäumen wirklich schön anzusehen.

Hier lief ich ein ganz schönes Stück, genoss die Ruhe und die wundervollen Ausblicke, entschied mich dann jedoch irgendwann wieder zur Rückkehr. Denn ich kenne mich … Ich könnte stundenlang so entlang spazieren und käme dann irgendwann in Bardolino und Garda heraus. Beide Orte waren aber deutlich zu weit weg und natürlich wollte ich auch nicht den ganzen Tag unterwegs sein. Wer jedoch viel Zeit hat und gut zu Fuß ist, kann hier tatsächlich nahezu ohne Ausnahme direkt am See entlang zu den verschiedensten Orten laufen.

Für mich ging es nun wieder über die Uferpromenade zurück in die Stadt. Begeistert haben mich die wundervollen Blumenbeete entlang des Weges, aber auch die mich begleitenden Möwen am Seeufer. Flora und Fauna inmitten einer Kleinstadt.

Erst jetzt entdeckte ich die Statua La Sirenetta Del Lago, eine Figur der Kleinen Meerjungfrau des Gardasees. Natürlich ein beliebtes Fotomotiv.

Die nächste halbe Stunde lief ich querfeldein durch die Stadt, entdeckte immer wieder neue Gassen und Straßen und somit auch unglaublich schöne Ecken und Fotomotive, bis ich plötzlich vor der imposanten Chiesa parrocchiale die Santi Zenone e Martin, ebenfalls eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, stand. Was für ein Anblick.

Einmal durch das Kircheninnere spaziert, führte ich meinen Rundgang durch Lazise fort, besuchte den ein oder anderen Laden und entdeckte viele kleine Besonderheiten in Form von bunt bemalten Häuserfassaden, kleinen Kunstwerken auf Stromkästen oder auch kitschig drapierte Fahrräder mit Sonnenblumen.

Zum Abschluss des Rundgangs lief ich die Stadtmauer auf der Via Rocca entlang und erreichte nun wieder die Porta Lion. Lazise hinter mir gelassen, ging es nun langsam wieder zurück nach Hause. Ich freute mich über diesen absolut gelungenen Ausflug und die vielen schönen Eindrücke einer fantastischen Stadt.

Wieder am Camper angekommen, stand bereits das Mittagessen für mich bereit (was für ein Service, den ich im Laufe der Woche im Übrigen sehr häufig genoss!), gleich im Anschluss machten wir uns mit den Hunden wieder auf einen gemütlichen Gassi-Gang und legten eine kurze Kaffeepause im Restaurant ein.

Weil wir heute Abend keine Lust auf Grillen oder Kochen hatten, holten wir uns eine leckere Pizza in einem der beiden Restaurants am Platz. Wenn man schon mal in Italien ist … Viel Knoblauch, viele Muscheln – und sooo lecker.

Um kurz nach 19 Uhr brachen wir mit den Hunden dann nochmals zum Strand auf. Heute gab es nämlich endlich wieder einen Sonnenuntergang für mich, nachdem es die Abende zuvor leider zu bewölkt dafür war.

Einen schönen Platz gefunden, genossen wir diesen fantastischen Anblick, die Ruhe um uns herum und ich war wieder unglaublich dankbar für diese so tolle Woche. Leider war es bereits der letzte Abend unserer Reise, aber der erste Camper-Urlaub war um so vieles schöner und ereignisreicher als ich es mir je hätte vorstellen können. Wir haben in diesen Tagen so viel erlebt und gesehen, nette Leute kennengelernt und das Schönste für mich: Die Hunde waren von Anfang an und durchwegs entspannt und freudig mit dabei.

Auch jetzt buddelte Benita wieder ausgelassen im Sand, sprang herum und war einfach nur happy. Doch kurz nachdem die Sonne untergegangen war und wir eigentlich noch einen kleinen Spaziergang unternehmen wollten, merkten wir, wie müde sie doch tatsächlich war. Die Woche hatte den Hunden einiges abverlangt. Zuhause sind wir Alltags bedingt bei Weitem nicht so viel unterwegs; natürlich schlaucht das die Hunde irgendwann. Benita warf mir einen leicht flehenden Blick zu, doch nicht mehr allzu weit zu spazieren und so ging es auch geradewegs wieder zum Camper zurück.

Während die beiden auch sogleich ins Land der Träume entschwanden, genossen wir noch einen gemütlichen Abend am Platz und vernichteten die letzten Getränkevorräte.


Tag 9: Es geht wieder nach Hause

Ab nach Hause!

Heute ausnahmsweise mal wieder den Wecker gestellt, standen wir zeitig auf, frühstückten eine Kleinigkeit, tauschten noch Telefonnummern mit den Nachbarn aus und räumten im Anschluss wieder alles ins Auto.

Noch einen kurzen Morgenspaziergang mit den Hunden unternommen und Abschied genommen vom Gardasee, machten wir uns schließlich um 11.15 Uhr langsam auf den Weg nach Hause. Auf Wiedersehen, Gardasee! Wir kommen wieder – ganz bestimmt.

Trotz diverser Staus dauerte die Rückfahrt dann doch nur eine Stunde länger als geplant und so erreichten wir gegen 17 Uhr wieder unser Zuhause.

Doch anstatt sich jetzt gemütlich auf die Couch zu fläzen, stand uns nun noch eine große Ausräum- und Putzaktion bevor. Schließlich musste das Wohnmobil morgen Nachmittag wieder in München beim Vermieter stehen und weil ich keine Lust hatte, viel Geld für die Reinigung auszugeben, machte ich das lieber selber. So sauber wie ich kriegen die das ohnehin nicht hin. 😉

Trotzdem war ich dann doch ganz schön k.o. Was freue ich mich auf unser eigenes Wohnmobil. Eine Anmietung ist nicht nur kostspielig, sondern vor allem auch umständlich und zeitaufwändig. Ehrlich gesagt würde ich das kein weiteres Mal mehr machen.


Fazit

Urteile nie über etwas, das du noch nie probiert hast! – Diese Aussage trifft 100%ig auf mich zu. Bis vor einem halben Jahr kam Camping für mich so absolut gar nicht in Frage. Wie kann man nur. Es gibt doch Hotels. Warum fahre ich mit einer Wohndose herum?

Es brauchte schon einiges an Überredungskunst, dass ich mich zu einem Camping-Urlaub (und vor allem auch zum Kauf eines eigenen Wohnmobils) erweichen ließ. Da ich aber auch neugierig bin und mich gerne vom Gegenteil überzeugen lasse, beschäftigte ich mich eines Tages näher mit dem Thema und stellte schnell fest, dass das doch gar nicht so übel ist.

Dennoch war ich etwas zwiegespalten, was den ersten Camping-Urlaub betraf. Vor allem im Bezug auf unsere jüngste Hundedame. Beim Autofahren grundsätzlich in Panik und in fremden Gegenden ängstlich, war ich mir sicher, dass das ständige „im Auto sein“ und das Wechseln der Standorte nur Stress für Mia sein würde. Ich malte mir die schlimmsten Szenarien aus und hoffte nur auf einen möglichst nicht allzu stressigen Urlaub, war mir aber sicher, dass es genau das werden würde.

Doch stattdessen verlebten wir von Anfang bis Ende einen wunderschönen und mehr als entspannten Urlaub. Für Mia scheint es die ideale Reiseart zu sein. Von Panik beim Fahren keine Spur. Und auch vor Ort keinerlei Berührungsängste in den neuen Gegenden. Stets vorne mit dabei. Immer die erste an der Tür, wenn es wieder on tour ging. Selbst ein Restaurantbesuch war ohne Probleme möglich. Etwas, was wir zu Hause kein einziges Mal hinbekommen hatten.

Ich war so wahnsinnig stolz auf meine kleine Maus und so dankbar, dass das alles so problemlos verlief. Aber auch für uns Menschen war alles entspannt. Perfekt ausgestattet (auch dank der vielen Informationen vorab) gab es keine Besonderheiten und Probleme. So als hätten wir nie etwas anderes gemacht.

Auch die beiden Campingplätze haben uns gut gefallen und waren vor allem auch für das erste Mal eine gute Wahl. Geräumige Plätze, es gab alles, was man brauchte (oder auch nicht).

Obwohl Bibione ein klassischer Badeort ist und wenig für Sightseeing-Interessierte bietet, gefiel es uns dort ein Stückchen besser als am Gardasee. An der Adria hatten wir irgendwie mehr Italien-Feeling. Die Leute waren lustig und offen. Am Gardasee war es uns tatsächlich manchmal etwas zu deutsch. Die Leute liefen mit mürrischen Gesichtern durch die Gegend und blafften sich gegenseitig an. Für einen Kurztrip immer eine Reise wert. Richtig Urlaub ist es aber dann doch nur weiter südlich (für uns).

Aber das ist eben das Schöne: Ein paar Tage hier, ein paar Tage dort. Immer genau so viel Zeit, um die unmittelbare Umgebung näher zu erkunden. Hat man alles gesehen, fährt man weiter.